SOCIAL MEDIA

Montag, 27. Oktober 2014

Kracher: Galettes de Sarrasin

Achtzehn Tage währte mein veganes Experiment - immerhin einen halben Monat. Und mit jedem Tag fiel es mir etwas leichter. Wenn auch (s. gestern) kein oder noch kein Vollveganer in mir schlummert. Vermutlich geht das eh mehr als Prozeß. Aber ich habe einen großen Schritt darauf zu gemacht.

In völlig neue Untiefen des veganen Lebens wagte ich mich vor und kaufte zum ersten Mal Zutaten wie Mandelsahne, Räuchertofu, Hefeflocken, Hafermilch, Kokosfett und Sojajoghurt. Wie bei jeder Reise ins Unbekannte wird man überrascht - positiv und negativ.

Aufgenommen in die Alltagsküche wird nun ohne weitere Umschweife Mandelsahne, die zu den guten neuen Erfahrungen zählt - solange sie kein Carageen enthält. Den Rahm-Kohlrabi macht sie fast genauso cremig wie Sahne.

Ein richtiger Kracher sind die Buchweizen-Galettes. Die hätten ihre Seite in meinem imaginäres Kochbuch *Ausversehen vegan* sicher. So einfach, so gut. Mit Ei waren sie mir bereits bekannt, ohne Ei nur mit Wasser werden sie um ein Vielfaches knuspriger - der Rand macht beim Essen sogar Knuspergeräusche SO knusprig. Ein schnelles Feierabendessen ist es obendrein: der Teig rührt sich im Handumdrehen, gebacken sind sie ebenfalls fix. Ideal wäre eine galettière, die besitze ich jedoch auch nicht. Eure Pfanne schafft das. Und weils so köstlich war, gabs diese galettes öfters - mit unterschiedlichem Rahmgemüse.

Was außerhalb Frankreichs gerne als *galette* präsentiert wird, dieses Thema streife ich nur. Ihr merkt vielleicht schon: das würde unter dem Namen in Frankreich keiner wollen...
Zutaten 4P:

200g Buchweizenmehl (original: ohne Gluten)
450ml Wasser (evt. plus)
1Pr Salz
Sonnenblumenöl

Zubereitung:

In einer Schüssel die Zutaten miteinander vermengen - dabei das Wasser auf zwei Mal dazugeben. Eine Pfanne erhitzen (auf größerer Flamme wie etwa Pfannkuchen) zusammen mit etwas Öl (soviel wie für Pfannkuchen). Den Teig von der Mitte aus in der Pfanne schwenken und eine gute Minute backen, bevor man ihn versucht vom Pfannenboden zu lösen. Wenn er Farbe angenommen hat, wenden und von der anderen Seite braten.

Sollte der erste Crêpes noch etwas zu dick sein, einfach dem Teig mehr wasser zufügen. In einer Pfanne mit 21cm Durchmesser ergibt die Teigmenge 10 galettes
Quelle: hier

Kommentare :

  1. Und das klappt wirklich? Mein letzter Versuch mit eifreien Galettes ist trotz des eigenhändig aus der Normandie importierten Buchweizenmehls gehörig schief gegangen. Deine sehen natürlich großartig aus. Bloß: Was tut man rein, wenn herrlich schmelzender Käse gerad' net geht?

    AntwortenLöschen
  2. Wenn du schreibst "Kracher" stehe ich ja schon beinahe mit dem Kochlöffel parat ;-)
    Vorher muss ich allerdings noch Buchweizenmehl kaufen - und wenn wir schon dabei sind, besorge ich dann noch gleich Mandelsahne, darauf hast du mich neugierig gemacht.

    AntwortenLöschen
  3. Deine sehen sehr hübsch aus, aber mein Versuch sie so zu machen, neulich als die Eier aus waren, ging mal mächtig daneben.
    Du schreibst bei der Mandelsahne: fast genauso, Ich denke bei der Veganenküche muss man sich auf Neues einlassen, aber sobald Vergleiche gezogen werden, hat sie es mächtig schwer :-)

    AntwortenLöschen
  4. Das werde ich unbedingt mal ausprobieren. Bei meinen veganen Experimenten sind mittlerweile noch mehr Zutaten in meine Küche eingezogen. Aber du hast Recht, es war ein längerer Prozess bis hier hin. Mal sehen, wie die Reise weitergeht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Galettes waren herrlich. Zum ersten Mal habe ich etwas wirklich schmackhaftes mit Buchweizenmehl und wenig anderen Zutaten gefunden. Danke dir!

      Löschen
    2. Und ich danke dir für die schöne, ja erfreuliche Rückmeldung, dass dir die galettes auch schmeckten!

      Löschen
  5. Ich habe eine Experimentierphase mit Buchweizenmehl hinter mir. Mit oder ohne Ei (geht beides), mit oder ohne Buttermilch (mit schmeckt besser), mit oder ohne Hefe (mit schmeckt besser). Bis ich herausfand, dass das Buchweizenmehl aus China kommt. Das war - leider - das Ende. Werde Gerichte mit Buchweizenmehl erst wieder in mein Repertoire aufnehmen, wenn es lokales gibt, bin aber bei 'lokal' so grosszügig, dass ganz Europa gilt. - Deine sehen aber wunderbar aus. Gruss Bea

    AntwortenLöschen
  6. @Charlotte: Was ist den schief gegangen? Bei mir ist ein galette kaputt gegangen beim Wendenwollen, weil ich zu ungeduldig war und nicht warten konnte, bis die Unterseite gut gebacken war (dann hängt er nämlich gerne an), Und jaha... eine Füllung mit Käse befindet sich bereits in der Warteschleife ;)

    @Sabine: Bei beidem hast du meine Unterstützung :)

    @Klärchen: Was wollte denn bei deinen Versuchen nicht wie du willst? Ansonsten siehe weiter oben bei Charlotte...

    Und ja, manchmal bleibt ein Ersatz ein Ersatz - aber in diesem Fall kackt die Mandelsahne nicht böse ab im Vergleich mit *normaler* Sahne...

    @Janine: Du sagst es: da bin ich auch gespannt, weil die Segel ja erst gesetzt wurden. Es gibt wirklich vieles, was mir an der veganen Idee gefällt!

    @Bea: Als ich mein Bio-Kamutmehl zum ersten Mal nach dem Herkunftsmehl umdrehte staunte ich auch nicht schlecht über *Canada*. Tja, ich vermute, du verzehrst dann auch keine Bananen, keine Avocado, keine Mango, keinen Café.... - ich weiß, etwas spitz gefragt. Hach, es ist kompliziert heute... und natürlich hast du nicht ganz unrecht. Wo mein Buchweizenmehl herkommt, konnte ich gerade leider nicht ermitteln.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schon richtig 'spitz zu fragen'. Wenig Bananen, Avocado, Mango, Kaffee. Wachsen alle nicht hier (Schweiz), lokale Produktion geht also gar nicht. Beim Buchweizenmehl ist es etwas anders: es würde hier wachsen, und wenn nicht hier, dann sicher in Europa, z.B. Tschechien, Ukraine, Frankreich. Bei Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Kartoffeln, Aepfel, Milchprodukte, Eier etc. achte ich aber doch ziemlich pingelig auf lokale Produktion, was nicht ganz immer gelingt. Sogar Reis gibt es inzwischen aus Schweizer Produktion. Bei Genussmitteln (Schoggi, Kaffee, etc.) habe ich nur die Wahl, der Vernunft in der verzehrten Menge zu begegnen oder ganz zu verzichten, was ich aber nicht möchte. Es ist nicht ganz leicht, vernünftig und politically correct zu bleiben und denn noch zu geniessen, die Auseinandersetzung ist aber eine interessante Beschäftigung.

      Löschen
    2. Gruss vergessen: Gruss Bea

      Löschen
    3. Im Falle von Buchweizen kann dir geholfen werden dank eines Kommentars hier: http://www.demeterhof-schwab.de/produktinformationen/buchweizen

      Löschen
  7. danke für die tollen bilder und rezepte, angie

    AntwortenLöschen
  8. Danke fürs Rezept.....Demeterhof Schwab hat Buchweizen aus eigenem Anbau, auch Flocken, Mehl ect.
    Gruß aus dem nebeligen Okt.

    AntwortenLöschen
  9. gut schauen sie aus - ich werd es probieren! schließlich haben alle naturvölker ohne ei ihre fladen und brote gebacken...
    hier köchelt übrigens grad ein kohlrabi-mangold-eintopf!
    liebe grüße gen süden, mano

    AntwortenLöschen
  10. o ooo! perfekt! buchweizen liebe ich sehr, schnell fast noch mehr.

    AntwortenLöschen
  11. @Angie: Bitte, gerne!

    @Anonym: Merci - ich habe deine Bezugsquelle (s.o.) direkt verlinkt!

    @Mano: Ja, das stimmt - ein schönes Bild dazu. Es gibt wirklich unendlich viele schliche Fladen nur aus Wasser, Mehl und Salz...

    @Mme Ulma: Gerührt, gebacken - wirklich schnell...

    AntwortenLöschen
  12. Herzlichen Dank für das eifreie Rezept - wunderbar, dass du auch bei Teigen etc. immer wieder anmerkst, dass es ohne oder mit weniger auch geht... ich lese deine Seite schon länger mit Freude, hab das eine oder andere ausprobiert, z.b. das wunderbare Apfel- oder Birnen"konzentrat" und staunte vor kurzem nicht wenig, als mir auf deiner Seite der Bäcker "Arnd" begegnte: hab ihn vor einiger Zeit bei einem Fest mit Freunden (auch Bäcker der Extraklasse) kennengelernt und dabei einen Eindruck seiner Denkweite und Tüftlerpassion=Leidenschaft bekommen. Werde das "Arnd-Brot" bald ausprobieren, bisher backe ich das Katharina-Brot und in den letzten Monaten ein dem "Arnd-Brot" ähnliches Ruchbrot, Rezept Eigentüftelei samt Biga :-) Sonnige Grüsse aus der Schweiz ! Lisa

    AntwortenLöschen
  13. optisch noch wunderbar sommerlich!
    liebe Grüße von Du weißt schon wo. Bist Du auch hier? Wir noch bis einschließlich Freitag... falls Du Zeit hast, mail mir doch.
    liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
  14. Mhm, wieder mal lecker, in Bild und Idee :-) Als ich mit meinem Experiment startete, war ich sicher ...ohne Ei wirds nicht gehen. Fast noch mehr als Käse, da ich immer viele Eier gegessen habe (so als Vegetarier war das mein Fleischersatz). Außerdem konnte ich mir gar nicht vorstellen, so ohne zu backen und so. Was soll ich sagen. Fehlt heute kaum noch und fehlt grade beim Backen und kochen, weniger als gedacht. Bin gespannt auf die Buchweizis :-)

    AntwortenLöschen
  15. Ich mag Buchweizen-Galettes sehr, habe sie aber noch nie ohne Ei gemacht. Wenn ich mir dein knuspriges Ergebnis anschauen, sollte ich das unbedingt nachholen!

    AntwortenLöschen
  16. Galettes möchte ich auch schon ewig mal machen, die sind soo gut :-) allerdings war mein Buchweizenmehl letztens schon laange abgelaufen leider, muss erst mal neues besorgen.
    Schön, dass du neue Erfahrungen sammeln konntest :-) ich hab gerade Haselnussmilch entdeckt, die ist so lecker, jetzt würde ich sie auch gerne mal selbst machen...

    AntwortenLöschen
  17. Heute war es soweit. .... großartiges Rezept.....
    die Buchweizen Galettes schmecken! und das Ausbacken klappt. Was für ein schnelles gutes Essen. Ich hatte nur noch Buchweizenflocken / von den Schwabs / und habe diese mit dem Wasser in den Mixer gegeben. Könnt ich s würde ich jetzt hier einen Daumen hoch Zeichen machen. Gruß a.

    AntwortenLöschen
  18. An Galettes sarrasin habe ich mich auch schon versucht, allerdings ganz klassisch mit Ei, sie wurden aber nie so wie ich sie kenne. Vielleicht versuche ich es einfach das nöchste Mal ohne?
    liebe Grüße, Dani

    AntwortenLöschen
  19. Das Rezept ist genial!! Wenn es bei mir auch leider nur als Inspiration dienen konnte, da in meinem Buchweizenmehl trotz Schraubglasverpackung ein Fliegtier geschlüpft war :( Ich habe dann spontan eine Mischung aus Dinkelvollkorn- und Weizenmehl genommen und war begeistert! Mit sahnigem Wirsing und Räucherlachs ein schnelles und leckeres Essen! Wozu noch Eier im Pfannkuchen?

    AntwortenLöschen
  20. ich bin verwirrt – gehört das Sonnenblumenöl in den Teig, oder ist das nur zum Backen? Falls ersteres – wie viel ungefähr? Danke und LG, Lara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lara, das Sonnenblumenöl ist lediglich zum Ausbacken - also für die Pfanne - und kommt nicht in den Teig. Der Teig besteht aus Buchweizenmehl, Wasser und Salz. So schlicht, so gut :)

      Löschen