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Mittwoch, 30. April 2014

Ultima Ratio zum Dritten: Rote-Bete-Servietten-Knödel mit Rosenkohl und Meerrettischsauce

Weiter gehts mit den Auslaufmodellen im Saisonkalender, heutiger Kandidat Rosenkohl. Rosenkohl wird es fühestens Ende des Jahres wieder geben. Dann aber durchaus gerne wieder in dieser Kombi. Vorallem die Meerettichsauce kam am Tisch gut an.

Den Meerrettich hole ich stets bei uns aus dem Garten. Auf einem unserer Märkte in der Drôme habe ich ihn noch nie angeboten gesehen. Daher wurde er - fasziniert davon wie selbstverständlich er in Freiburg am Münstermarkt auf den Markttischen liegt - direkt fotographiert. Gut, auch Bärlauch ist etwas, dem die Fränzis hier die kalte Schulter zeigen. Was insofern einfach verwunderlich ist, da es ja hier wächst...

Wer so gar keine Vorstellung vom wunderschönen Freiburger Münstermarkt vor Augen hat, der schaue bei Alex vorbei. Lage und Angebot sind wirklich toll.

Die Rote-Bete-Serviettenknödel werden gleichfalls ins Standart-Repertoire aufgenommen. Rote Bete wurde dieses Jahr so üppig wie selten ausgesät - ich freue mich darauf. Man kann sie ebensogut als Knödel garen, aber als Serviettenknödel sind sie meiner Meinung nach weniger wässrig und einfach etwas schicker. Daher durften sie als kleiner Blickfang bei der letzten Gästeeinladung auf den Vorspeisenteller. In Knödelform stehen diese von Magdi übrigens auf meiner Nachkochliste - das Dünsten finde ich eine super Idee.

Der Teller ist nicht ganz wahrheitsgemäß angerichtet - in Wirklichkeit haben wir zu zweit fast ein Pfund Rosenkohl dazu gegessen. Nur, dass ihr nicht denkt, ich hätte drei Blättchen zubereitet...
 Zutaten 4 P:

300g altbackenes Weißbrot (Brötchen, Knödelbrot...)
1 Schalotte
Olivenöl
200g Rote Bete, gekocht
100ml Milch
100ml Gemüsebrühe
50g Parmesan, gerieben
3 Eier
1 EL Petersilie, fein gehackt
1/2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
1/2 TL Koriander, gemahlen
Salz, Pfeffer

für die Meerrettichsauce
1 Zwiebel
etwas Butter
400ml Gemüsebrühe
2 Kartoffeln (etwa 200g)
100ml Sahne
30g Parmesan, gerieben
3-5 EL Meerrettich, frisch gerieben
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
Zitronensaft

500g Rosenkohl

Zubereitung:

Die Rote Bete kochen, abschrecken, schälen und abkühlen lassen.

Die Schalotte fein hacken und in dem Olivenöl in einer Pfanne anschwitzen. Kurz bevor die Schalotte glasig ist, die feingeschnittene Petersilie untermischen. Zur Seite stellen.

Brot in kleine Würfel (0,5cm) schneiden und in eine große Schüssel geben. Die Rote Bete (200g) zusammen mit der Gemüsebrühe pürieren und zu dem Brot in die Schüssel geben. Die Eier zusammen mit der Milch verquirlen und ebenso wie Schalotte und Petersilie samt dem geriebenen Käse zum Schüsselinhalt dazugeben.

Mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel abschmecken. Nun sehr gut verkneten. Die Konsistenz sollte saftig und fest sein - steuern je nach dem durch die Beigabe von Semmelbrösel oder noch etwas Brühe. Nun zugedeckt 30min ruhen lassen.

In einer großen Casserole reichlich wasser zum Kochen bringen. Die Masse - je nach Größe des Topfes - auf 3-4 Rollen verteilen.
Drei (oder vier) Stück Alufolie ausbreiten. Darauf ein ebenso großes Stück Frischhaltefolie legen. Den Knödelteig darauf setzen. Dabei rundherum einen Rand lassen. Vorsichtig von der Längsseite her aufrollen. Zuerst in die Frischhaltefolie, dann in die Alufolie wickeln. Wie ein Bonbon verschließen. (geht auch mit einem Geschirrhandtuch wie hier, aber die Rote Bete wird sehr abfärben).

Einen Bräter mit Salzwasser aufsetzen, zum Kochen bringen. Die Serviettenknödelrollen einlegen und darin zugedeckt ca. 20 Min. garen lassen. Vorsichtig herausnehmen und etwas abkühlen lassen.

Währenddessen die Zwiebel für die Sauce fein würfeln und in der Butter in einem Topf anschwitzen. Mit der Gemüsebrühe ablöschen. Die Kartoffeln schälen, waschen, fein raspeln und zur Sauce geben. Zugedeckt 10min köcheln lassen. Sahne und Parmesan dazugeben und offen einreduzieren lassen, bis die Sauce schön cremig ist. Mit einem Stabmixer fein pürieren. Kurz vor dem Servieren abschmecken mit Meerrettich, Zitronensaft, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker.

Den Rosenkohl (etwa eine kleine Schüssel voll) putzen und Strünke abschneiden, halbieren. In Salzwasser etwa 5 Minuten blanchieren, in kaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen. Dann in einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und den Rosenkohl anbraten, bis er die ersten braunen Stellen bekommt.

Nun alles zusammen anrichten, dafür den Serviettenknödel auspacken und in etwa 1cm dicke Scheiben schneiden. Gemeinsam mit der Sauce und dem Rosenkohl servieren.

Anmerkung m: Ich habe Knödelmenge und Sauce für uns halbiert, aber die Rosenkohlmenge belassen. Derart wie die Zutaten nun gelistet sind, ist die Portion für vier sehr gute Esser bemessen. Der Serviettenknödel läßt sich sehr gut einfrieren und schmeckt gebraten fast noch besser.
Quelle: hier

Montag, 28. April 2014

Ultima Ratio zum Zweiten: Tarte Tatin vom Lauch mit Ziegenfrischkäse

Tarte Tatin und Ta-ta-tata liegen lautmalerisch dicht beieinander. Und ein bißchen Eindruck macht es ja doch gerne, so eine umgedreht gebackene Tarte. Was vorallem an der Tatsache liegt, dass der Belag auf diese Weise besonders saftig und der Boden extra knusprig gerät. Dass sie genauso herzhaft eine gute Idee ist, hat sich bei dieser mit Rote Bete und jener von Ottolenghi gezeigt.

Die Tarte Tatin und ich sind seit neuestem ganz dicke und ich kann von der Apfel-Tarte-Tatin-Front berichten, dass das letzte geschriebene Kapitel druckreif vorliegt. Aber ich will dem Ende der Woche nicht vorgreifen. Wie der Apfel von Erdbeere und Rhabarber abgelöst wird, so bleibt uns zwar das gut lagerbare Gemüse noch eine Weile erhalten, aber dazu zählt Lauch nicht. Der fängt nun nämlich an zu schießen. Und schon muß man sich um die letzten schönen Lauchstangen bemühen.

Die braucht es für diese Tarte mit Ziegenfrischkäse, die uns überraschend gut geschmeckt hat. Überraschend deshalb, weil Lauch nun nicht zu dem Gemüse zählt, das große Geschmackserlebnisse verspricht. Zugegebenermaßen liegt das Gelingen dieser Tarte ebenfalls an einem guten Curry und an meinem köstlichen Einkorn-Blätterteig , der hier besonders gut gepaßt hat. Sollte euch bei einem Regentag vor Langeweile die Decke auf den Kopf fallen: Blätterteig machen! Rein vom Machen sind keine Schwierigkeiten zu vermelden - anfängertauglich.
Zutaten - Moule à manque von 20cm :

1 Portion Blätterteig mit Einkorn
1 gutes Kilo Lauch
1 EL Olivenöl
1/2 TL Salz, Pfeffer
1 TL Curry
1 Ziegenfrischkäse (m: etwa 130g)

Butter für die Moule à manque

Zubereitung:

Den Lauch in 2cm lange Stücke schneiden, und in einer Schüssel mit kaltem Wasser sorgfältig spülen und von Sand und Dreck säubern. Dabei achten, dass die Stücke ganz bleiben. Gut abtropfen lassen.

In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Lauchstücke mit der Schnittfläche nach unten nebeneinander ohne zu staplen auf den Pfannenboden setzen. Bei mittlerer Hitze den Lauch salzen und mit Curry besträuen. Den Deckel auflegen und 10min dünsten lassen. Kontrollieren, dass der Lauch dabei nicht zu dunkel wird. Dann Raumtemperatur annehmen lassen.

Den Ofen auf 190° Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Form buttern. Den Lauch mit der dunklen Seite nach oben dicht an dicht auf den Backformboden setzen (die andere soll beim Backen dunkel werden), dabei rundherum einen kleinen Rand lassen. Pfeffern. Den Ziegenfrischkäse in Scheiben schneiden und auf den Lauch legen.

Den Teig etwas größer als 20cm ausrollen. Mit Gefühl und Schmackes auf Lauch und Ziegenfrischkäse legen, die Ränder schön nach unten krempeln, mehrfach mit der Gabel einstechen und für etwa 30- 35 Minuten backen. Aus dem Ofen holen, einen großen Teller gegehalten, wenden und stürzen. Sollte ein Lauchstück in der Form bleiben (bei mir nicht passiert), wieder in Reih und Glied setzen.
Inspiration: Valentinas Kochbuch

Ich versichere euch, der Habib war die zauberhafteste Losfee, die man sich vorstellen kann. Das Buch *Zusammen ist man weniger allein* von Anna Gavalda geht an Mme Ulma - félicitation! Am liebsten würde ich das Buch ja wie Konfetti unters Volk werfen, weil es so gut tut. Schade, dass ich euch allen nicht die Freude machen kann...

Der Film zum Buch kann nicht eine Minute, zu was das Buch Seite um Seite in der Lage ist, nämlich Herzenswärme vermitteln. Daher ist der Film bei mir mit Pauken und Trompeten durchgefallen!

Sonntag, 27. April 2014

Grobies Dreiecksbrötchen

Das Praktischste am Selberbacken ist, dass man sich überlegen kann, wonach einem so der Sinn steht. Und mir war nach einem knusprigen, saftigen, vollkornigen, lockeren, urgetreidigen Frühstückbrötchen mit Karotte, guter Frischhaltequalität und einer grob-knackigen Ummantelung- nach exakt, aber sowas von exakt solchen wie diesen hier. 

Wie beim Schiffeversenken habe ich auf Anhieb einen Treffer gelandet. Und den Geschmack des Habibs habe ich glücklicherweise mit dem selben Schlag gleich mit versenkt getroffen. Die gehackten Sonnenblumenkerne fand ich als grobe Kruste derart toll, dass die Brötchen danach getauft wurden. Sie steigen ohne Umschweife unter die Top 5 meiner Lieblingsfrühstücksbrötchen. Prinzipiell friere ich meine Brötchen ein, hole sie am Vorabend aus dem Tiefkühler und lasse sich morgends auf dem Toaster aufbacken. Sehr unspektakulär das Ganze.

Da es nichts zu Formen gibt, sind die Brötchen sehr unkompliziert - einzig ein wenig tricky ist die richtige Gare. Etwas Blubb brauchen sie noch für den Ofentrieb, aber bei zu viel neigen sie eventuell ein bißchen einzureißen. Doch was rede ich: der Teig wird euch schon Zeichen geben...
Zutaten:

Sauerteig  14-16 Stunden bei ca. 25°:
80g Weizen 1050 (m: T110)
80g Wasser
8g ASG

Quellstück 12 Stunden vorher ansetzen, kühl stellen:
80g Kamut-Vollkorn
80g Emmer-Vollkorn
80g Purpurweizen.Vollkorn
10g Salz
10g Goldleinsaat
260g Wasser

30g Sonnenblumenkerne
30g Kürbiskerne

Hauptteig:
Sauerteig
Quellstück
160g Weizen 550 (m: T65)
4g Hefe
1 TL Rübensirup
1 EL Sonnenblumenöl

80g Karotte
Saaten von oben
evt. noch einen Schluck Wasser

zum Wälzen
Sonnenblumenkerne, grob zerkleinert
Feine Dinkelflocken
Zubereitung:

Am Backtag die Saaten in einer Pfanne ohne Fett rösten, in eine Schüssel geben und mit 60ml kochendem Wasser übergießen. 15min ziehen lassen, dann sehr gut abtropfen lassen. Die Karotte (eine größere) grob raspeln.

Alle Zutaten außer den Saaten und den Karottenraspeln 9min kneten. Dann die Saaten und die Karottenraspeln zufügen und 2 weitere Minuten kneten. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen und glänzen.

Teigruhe: 30-40 Minuten

Nochmals kurz durchkneten, dann in eine geölte Schüssel geben, 30 Minuten ruhen lassen, 1x Falten, 15min ruhen lassen und abgedeckt für 5 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Den Teig rausholen, eine gute Stunde akklimatisieren lassen, dann auf eine bemehlte Arbeitsfläche vorsichtig sürzen und zart rechteckig ziehen - etwa 30 x 25cm. Davon 8 Dreiecke abstechen. Diese anfeuchten und in der Sonnenblumenkerne-Flocken-Mischung wenden. Nochmals abgedeckt 15min gehen lassen.

Bei 230° mit Dampf einschießen und ca. 25min backen.

weitere Lieblingsbrötchen - die sog. Top 5:




http://salzkorn.blogspot.fr/2013/08/sommerbrotchen-2013-wurzelknoten-nach.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2011/07/brezeln-und-laugenbrotchen-feuchte.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2011/10/sonntagmorgen-mit-mohnbrotchen.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2014/01/bodenstandiger-start-fur-2014.html

Samstag, 26. April 2014

Pastakochen für die Buddenbohms: Penne all'arrabbiata

Es gibt falsche und richtige Nudeln für Penne all'arrabbiata. Bei einer Notfallpasta darf man allerdings auch mal jovial beide Augen zudrücken. Den richtigen Biss dafür, um anständig *arrabbiata* zu werden, bekommt man jedoch nur mit Penne. Sonst würde sie ja nicht heißen wie sie heißt, diese Pasta.

Ehrensache, dass ich für mein erstes Kochen bei den Buddenbohms nicht mit der falschen Nudelsorte anlaufe - zumal bei fünf Zutaten. Beim ersten Date muss die Frisur sitzen. Da kenne ich nix. Ich hoffe schwer, dass die Jungs die Pasta ähnlich gut finden wie mit Ketchup!

Ich freue mich sehr über das Auswärtsspiel bei dem angeschwärmten Blog *Herzdamengeschichten*, den ich wohl niemand mehr vorstellen muss. Wer kennt ihn nicht, den so selten eloquenten Maximilian, der es schafft,  die Tücken des Lebens derart darzustellen, dass sie einem ein Lächeln abringen - dabei laufen die Lütten wie selbstverständlich mit, fast wie unter den Arm geklemmt.

Und verliebt ist der Maximilian auch. In seine Herzdame. Dank Marets Verschönerungsmaßnahmen an meinem Blog weiß ich, dass Maret ein Ausbund an Heiterkeit ist. Das Lesen ihrer Mails war ein großes Vergnügen. Am allerliebsten - könnte ich es mir aussuchen - würde ich sie ja allesamt in echt bekochen, hätte sie um einen großen Tisch versammelt und würde hoffen, dass nur so reinhaut wird. Ja, eines Tages...

Bis dahin: heutiges Rezept samt Instruktion im hohen Norden bei den Buddenbohms...

Freitag, 25. April 2014

Einfach-frisch-knackig-vegan

Im Gegensatz zu vielen anderen Küchenlustigen bin ich nicht groß geworden mit dem Schemel neben dem Herd, um als Kind bereits im Topf mitrühren zu können. Ganz im Gegenteil. Die Küche war für mich lange als Ort der schlechten Stimmung belegt. So habe ich zwar schon immer gerne gegessen, aber zu diesen Raum in der Wohnung stets anderen den Vortritt gelassen.

Bis *der Blitz eingeschlagen ist* und mich der weiße Schimmel samt Ritter gen Südfrankreich verschleppte in das nestige Adlerhorst. Dochdoch, genauso war es. Und da stand ich dann auf einmal in dieser Küche in bester Athmo, aber ohne jede Fertigkeit am Topf. Keine Butterbrezel, kein Döner mehr ums Eck, allein der täglich Hunger ist geblieben. Der Habib hatte (hat bis heute) alles drauf am Herd, was einem rustikalen Kerle-Haushalt jede Ehre bereitet (Beispiel Bratkartoffel Holzfällerart), aber dann gabs ja noch den Garten. Und die Bäume wollten erntereif geschüttelt werden, die Auberginen am Stengel nicht faulen und Grün nicht nur wie Unkraut wachsen.

Dank Internet bin auch ich mit meinem neuen Umfeld gewaschen. Allein das Wort *Filetieren* empfand ich anfangs als höhere Schischi-Kocherei und vielleicht erinnere ich mich deshalb, dass ich für diesen Salat meine erste Orange *filetiert* habe. Eigentlich ganz und gar und komplett anspruchslos - nur, dass die Orange derart behandelt zarter schmeckt.

Da dieser Salat zu den Lieblingssalaten meines Habibs zählt, bereite ich ihn recht häufig zu. So schlicht er ist, so rund ist er im Geschmack. Und goldende Regel (nicht nur als Koch) bleibt in allen Generationen gleich: übergehe die Wünsche deines Liebsten nicht... Jaja, Kalenderspruch ;)

Zu guter Letzt ein Hinweis zur Ultima Ratio: sowohl Chicoree wie Orangen befinden sich am Ende ihrer Saison. Ideen für den tierfreitag hingegen sammle ich das Jahr nun über immer mal wieder freitags.
Zutaten 2P:

2 Chicoree
2 Orangen, Filets und Saft davon
1 Avocado
2 EL Olivenöl
1 TL Dijon-Senf
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Chicoree halbieren und den Strunk keilförmig rausschneiden. Dann in etwa 0,5cm Streifen schneiden. Die Orangen so schälen, dass die weiße Haut direkt mit weggeschnitten wird. Nun die Orange über einer Schüssel filetieren, den heraustretenden Saft dabei auffangen und den Rest nochmals gut ausdrücken.

Den Orangensaft mit Öl, Salz, Pfeffer und Senf zu einer homogenen Salatsauce verquirlen.

Die Avocado schälen, halbieren und den Kern herauslösen. Das Fruchtfleisch in feine Scheiben schneiden und sofort mit den restlichen Zutaten vermengen um ein Braunwerden zu vermeiden. Etwa 10 Minuten ziehen lassen vor dem Servieren.
tierfreitag

Mittwoch, 23. April 2014

Welttag des Buches: Blogger schenken Lesefreude

Es ist, als würde jemand das Licht in einem heller drehen und die innere Wärme für das Leben, die Schwächen der Menschen und all die doofen Stolpersteine steigt sprunghaft. Dieses Buch ist ein Geschenk für die Psyche, die Stimmung und die Moral. Ich wüßte wirklich nicht, was man von einem Buch mehr erwarten kann, wie man MEHR *Lesefreude* schenken könnte.

Wer das Buch *Zusammen ist man weniger allein* von Anna Gavalda bisher versäumt hat zu lesen, der findet bis Sonntag, den 27. April 24 Uhr hier die Gelegenheit, es zu gewinnen. 

Und zwar genau ab heute, denn heute ist Welttag des Buches und erneut findet die Aktion Blogger schenken Lesefreude statt. Auf der Teilnehmerliste findet ihr alle beteiligen Blogger mit ihren Büchern gelistet.

Blogger schenken LesefreudeWer sich das Buch ganz dringend schenken lassen möchte, der hüpfe noch hier oder dort mit in den Lostopf - die habe ich beim schnellen Durchsehen der Teilnehmerliste entdeckt.

Oder, das wäre natürlich auch eine Möglichkeit, ihr macht Urlaub bei uns, denn Feriengästen leihe ich das Buch gerne als Regentage-Urlaubsverschönerung aus...

Hinterlaßt bei eurem Kommentar bitte eine Mail-Adresse, damit ich euch im Glücksfall erreiche. Der Fischer-Verlag hat mir Anna Gavaldas Buch freundlicher Weise zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür. Verlosungsbekanntgabe ist am Montag, den 28. April.

Dienstag, 22. April 2014

Warm-up: Bücher-Lesen

Sobald ich flüssig lesen konnte, zählte ich zu den Bücherwurm-Kindern, denn früh hatte ich begriffen, dass man so der Realität entfliehen kann. In der nächstgelegenen, kleinstädtischen Bibliothek war ich junger Dauerkunde.

Heute komme ich nur noch dann zum Bücherlesen, wenn wir auf Reisen sind. Nun aber aus Entspannungsgründen und nicht, um einen Haken ums Leben zu schlagen. Bücher verschlingen kann ich allerdings nach wie vor. Dabei gefällt mir unterwegs das Tauschsystem besonders: man wechselt ein gelesenes Buch gegen ein neues, untereinander, in den Hostels oder den einschlägigen Bookshops, wobei die Auswahl dabei in aller Regel äußerst bescheiden ist. Zwei Bücher habe ich auf die Reise mitgenommen, hatte aber kein glückliches Händchen.
Bücherladen in San Pedro - Guatemala
Klar war ich sehr neugierig, was mir wohl Anna Gavalda in ihrem ersten Buch erzählen wird. Leider konnte ich ihr dieses Mal so gar nicht folgen. In ihrem Roman *Ich habe sie geliebt* stellt sie die Liebe einer Partnerschaft und einer Affaire nebeneinander. Und vergleicht dabei für meine Begriffe Äpfel mit Birnen. Wenn alle Abgründe ausgelotet, alle Schwächen ans Licht gezogen wurden, wenn Stress und Affekt uns in Momenten entstellt gezeigt haben, dann weiterhin im Alltag Respekt, Höflichkeit und Achtung für die Werte des anderen – die keiner so gut wie der Vertraute kennen dürfte – aufrecht zu erhalten, das ist für mich Liebe. Und hängt immer auch vom Gegenüber ab. Hingegen ein bißchen Leidenschaft, die angefeuert wird von der Ungewissheit und dem rausgerissenen, flüchtigen Moment, zu leben – sorry – das kann doch fast jeder.

Aber es soll nicht gelästert werden, die Flops überspringend will ich euch die Buchentdeckungen vorstellen:

Einhelliger erging es mir mit dem Buch *Zwei an einem Tag* von David Nicholls. Es ist, als hätte Nicholls sich von den Goethe Worten inspirieren lassen *Und was die Mitte bringt ist offenbar, das was zu Ende bleibt und anfangs war*.  Nicholls macht die Liebesgeschichte an ihrem Anfang fest, beginnt mit der ersten gemeinsamen Nacht und entwickelt die Geschichte derart weiter, dass wir die Beziehung zwischen diesen beiden Menschen über die Zeitspanne von 20 Jahren verfolgen -  immer auszugsweise an diesem einen Tag im Jahr, ihrem Jahrestag. Nicht, dass mich diese Liebesgeschichte besonders berührt hätte, aber der Zeitgeist, der Hintergrund dieser Geschichte ist gut eingefangen. Und ich komme nicht umhin, festzustellen, dass ich zur gleichen Zeit (wenn auch nicht in England) älter geworden bin.

Der historische Roman *Jud Süß* von Lion Feuchtwanger, den ich nur zögerlich und aus Mangel an Alternativen an mich nahm, spielt im Württemberg des 18. Jahrhundert und riss mich mehr mit wie jeder Krimi. Wie Joseph Süß Oppenheimer, ein Jude aus einer Kaufmannsfamilie, zum mächtigen Finanzrat am Hof aufsteigt, sich verliert, wandelt und neu findet, ist derart mitreisend, dass ich die letzten Seiten mit Tränen in den Augen las. Brillant zeigt Feuchtwanger zudem auf, wie die unsägliche Verbindung zwischen Geld und Politik immer schon nur einigen Obrigen zum Vorteil reichte.

Sehr gefreut habe ich mich, auf ein Buch von Frederica de Cesco zu stoßen. Ihre Bücher *Das Sternenschwert* und * Der rote Seidenschal* zählen zu meinen meistgeliebten Jugendbüchern, ja, ich besitze sie bis heute. Als ich *Die Tochter der Tibeterin* von ihr in einem Regal stehen sehen habe, griff ich zu, ungeachtet dessen, dass es sich dabei um den Fortsetzungsroman zu *Die Tibeterin* handelte. Was mich beim Lesen auch keinen Moment gestört hat. Mit ihrer Mischung aus Treue zu sich selbst, der Verbundenheit zu einer geistigen Welt, der Liebe zu einem Seelenverwandten PLUS Pferdebegeisterung hatte sie mich früher schon immer auf ihrer Seite. Nun kam bei diesem Roman der Hintergrund des chinesisch besetzten Tibets dazu, was ihr gelingt genauso lebendig zu zeichnen wie ihre Protagonisten. Und der Wunsch, ein Mal in meinem Leben ein Vollmond- oder Erntefest der tibetischen Nomaden zu besuchen, ist nur gewachsen.

Besonders schwierig gestaltete es sich auf Kuba mein gelesenes Buch einzuwechseln, weil – wie bereits erwähnt – die Strukturen für individuelles Reisen so wie in den meisten anderen Ländern dieser Welt nicht wirklich vorhanden sind. Oft sind es nämlich die Aussteiger in den Travellerorten, die solch eine kleine Buchhandlung betreiben. Dennoch gelang in Havana *Das Narrenschiff* von Kathrine Anne Porter, das zum ersten Mal 1961 erschien, in meine Hände. Das in dieser Gesellschaftssatire gezeichnete Menschenbild ist bestenfalls als mäßig zu bezeichnen. Wer nicht über sein eigenes Unvermögen stolpert, fällt über seine Lebenslügen oder scheitert an Eitelkeit oder mangelnder Urteilsfähigkeit. Sehr zeitlos das Ganze also. Nicht gegeizt wird obendrein mit nationalen Klischees, die wie so oft, gerne aber nicht immer stimmen. Dass Deutsche seinerzeits als gefräßig galten, das stimmt in meinem Fall allerdings zu hundert Prozent. Glühend bewundert habe ich die damalige sog. Bildungselite für das Switchen-Können zwischen verschiedener Fremdsprachen bis in kleinste Nuancen – was ein großer Pluspunkt der gelungen Übersetzung ist, die mit vielen Fußnoten auch auf eben solche Feinheiten hinweist.
Ein Buch habe ich tatsächlich wieder mitgenommen nach F (ein kleines Wunder ob der Tonnen Huipils im Rucksack). Unsere Reise nach Tibet beeindruckte uns so tief, wie keine andere Reise. Nicht für möglich hätten wir gehalten, dass es Menschen gibt, die ob ihrer inneren Schönheit aus sich selbst heraus leuchten. Im Jahr darauf zog es uns daher nach McLeod Ganj, dem Exilort der Tibeter im indischen Himalaya und dem heutigen Wohnsitz des Dalai Lamas. Eine tiefe Erfahrung war dort, am eigenen Leib die tibetische Heilkunst erleben zu dürfen. Und den Dalai Lama vor seinem Volk sprechen zu hören. Keine dauergrinsende Heiligkeit, die um Hilfe und Beachtung für sein leidgeplagtes Heimatland werben muss. In seiner eigenen Sprache zeigte sich der Dalai Lama vor den Exiltibetern als tiefernster Mönch. Dies alles schicke ich voraus, um zu erklären, wieso ich seither interessiert bin am tibetischen Buddhismus, einer Religion, die über Jahrhunderte hinweg ihren Kern in dem fernabgelegenen Schneeland bewahren konnte. 

Das von dem geistigen und politischen Führer der Tibeter verfasste Buch *Den Geist erwecken, das Herz erleuchten*, ist teilweise nicht leicht zu lesen, weil ich nun mal nicht buddhistisch geprägt bin. Manches habe ich daher schlicht (gedanklich) übersprungen, um mich von dem Wesen dieser Religion nicht ablenken zu lassen. Zwei Zitate sollen euch einen kleinen Geschmack daraus geben: 

*Bei aller Hochachtung vor anderen Religionen bin ich doch der Auffassung, dass nur der Buddhismus seine Anhänger dazu anhält, gläubiges Vertrauen und innere Überzeugung auf der Basis von Logik und Beweisführung zu entwickeln.*

*Es ist offenkundig, dass unser Geist eine entscheidende Rolle spielt, wenn es darum geht, unser Leben glücklicher zu gestalten und mit mehr Sinn zu erfüllen. Das hat nichts mit dem Vollbringen spiritueller Meisterleistungen zu tun, es ist eine Frage des elementaren, gesunden Menschenverstandes.*

Sonntag, 20. April 2014

Oster-Brioche - fluffig

Hefegebäcke gehören für mich zu Ostern wie Plätzchen zu Weihnachten und Fettgebackenes zu Fasnacht. Tradition ist Tradition.

Dieses Mal habe ich mich darin versucht, den Brioche etwas leichter und luftiger und damit irgendwie französischer zu gestalten. Denn das ist der eigentliche Charakter eines Brioches, wie ich ihn hier aus den Boulangerien kenne. Wäre er zu mächtig, dann würden ihn vorallem der Großteil des weiblichen Geschlechtes verschmähen. Frau ist hier sehr figurgewußt und hält es für das Frühstück meist wie die Italienerinnen: ein Espresso, un petit noir, c'est tout.

Ich wiederum - deutsch geprägt -  BRAUCHE Frühstück. Ja, ich schätze das kaiserliche und begnüge mich abends gerne wie ein Bettelmann. Außerdem trinke ich am liebsten morgens en route einen p'tit crème. Was mich äußerst verdächtig macht als Ausländerin: Milch im café... Und mit Leidenschaft halte ich mein Bäckerstückchen Biss für Biss hinein - auch ohne Zahnprobleme. Womit die Integration zumindest teils geglückt wäre.
Am liebsten - wenn wir auswärts frühstücken - hole ich mir ein Croissant dazu. Platz zwei belegt ein Pain au chocolat, dicht gefolgt von einem Brioche au sucre. Schmeckt alles getunkt hervorragend.

So kommt es, dass ich all diese Gebäcke recht selten selbst zubereite. Außer etwa an Ostern. Und was ich im Brot so gar nicht mag, das schätze ich an süßem Hefeteiggebäck sogar: nämlich, wenn man die Hefe rausschmeckt.

Mir hat dieser wenig mächtige Brioche sehr gut geschmeckt. Auch hat mir die Gare über Nacht im Kühlschrank gut gefallen, denn damit ist er ein ideales Mitbringsel zu einem Osterbrunch. Lediglich den Hagelzucker habe ich vermisst - so gehört sich das um ein Brioche au sucre zu werden. Und für meine Formen hätte ich eine kleine Wenigkeit weniger Teig verwenden sollen - der besseren Entfaltung zuliebe. Der zudem etwas mehr Zeit bei der Gare in den Förmchen gut getan hätte. Beim nächsten Mal dann (beides bereits im Rezept optimiert) - ich werde bei diesem Briocherezept bleiben.

Euch allen ein schönes Osterfest mit vielen bunten Eiern und fröhlichen Gesichtern um euch!
Zutaten für 4 Förmchen (7cm breit, 5cm hoch) oder 8 Muffinmulden von einem Muffinblech*:

225g Mehl (m: T45)
25g Zucker (m: sucre de canne complet)
13g Hefe
45g Demi-Sel-Butter, weich
1 Ei
55ml Milch, lauwarm
(Parfum wie Vanille, Orangenabrieb, etwas Kardamom... - optional/ m: weggelassen)

zum Bestreichen:
1 Eigelb mit ein wenig Milch
Hagelzucker
Zubereitung:

Milch, Zucker und Hefe mischen und gute 5 Minuten gehen lassen. Alle Zutaten miteinander vermengen und solange kneten bis ein leicht glänzender Teig ensteht, der sich vom Schüsselrand löst (m: etwa 8min).

Den Hefeteig abdecken und 1 1/2 - 2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. Den Teig sanft in der Schüssel falten (wie Brotteig von Nord nach Süd, von Osten nach Westen). Dann in den Kühlschrank stellen (m: über Nacht - auf 3-5 Stunden mehr oder weniger kommt es nicht an). 

Am nächsten Tag den Teig gut Raumtemperatur annehmen lassen (dauert je nach Temperatur etwa 1 Stunde). Den Teig in vier gleich große Stücke teilen und diese wiederum zu drei gleichen Kugeln formen (schleifen). Etwas entspannen lassen und dann die Kugeln leicht länglich formen - allerdings so, dass der Schluß unten und nicht seitlich bleibt (für die Muffinform gilt 8 gleich große Stücke und die ebenfalls wieder in je 3 Kugeln unterteilen)

Ofen auf 180° O-/u-Hitze vorheizen.

Drei Kugel-Stränge jeweils in eine gefettete Form setzen, so dass der Schluß unten sitzt und zwischen 30-40 min gehen lassen, bis sie fast ihre volle Gare erreicht haben. Mit dem Eigelb bestreichen und Hagelzucker bestreuen. Im Ofen ca. 25 Minuten backen (m: noch 3min ohne Form dran gehängt). Wer es heller mag, der deckt die Brioche nach 15min ab. Lauwarm mit Butter und Marmelade schmecken sie am besten.

*Anmerkung m: Gebacken mit 250g Mehl (also Zutatenliste in etwa x 1,11) - paßt dann nicht ganz in meine 4 größere Formen aber in 9 Muffinmulden


Jetzt so richtig Lust auf Hefegebäck bekommen? Hier die Blog-Auswahl:


http://salzkorn.blogspot.de/2012/12/180-adventskalender-flechtwerk.htmlhttp://salzkorn.blogspot.de/2012/04/streuselkuchen-cafe-decker-in-staufen.htmlhttp://salzkorn.blogspot.de/2013/03/kitschniedliche-hefeteig-hasen-fur.html
http://salzkorn.blogspot.de/2013/05/rhabarberjahr-2013-streuselkuchen-mit.htmlhttp://salzkorn.blogspot.de/2011/11/blogbuster-zupf-schuedi-irresistible.htmlhttp://salzkorn.blogspot.de/2013/05/butter-toast-und-honig-und-ninas-sue.html
http://salzkorn.blogspot.de/2011/06/brioche-tete.htmlhttp://salzkorn.blogspot.de/2011/10/seitenwechsel-trauben-walnussbrot-la.html

 
..... und auf diese hübschen Briocheteilchen von Miss Boulette verweise ich an dieser Stelle ebenfalls sehr gerne - so könnte ihr den obigen Brioche beispielsweise auch in Form bringen...