Freitag, 30. Dezember 2011

Oh du mein Fenchelgrün - Fenchel-Birnen-Salat mit Ziegenfrischkäse-Dressing

Ich hatte eine Schulfreundin, die sich bitter darüber beklagen konnte, dass ihr Freund einfach furchbar uninspiriert sei in puncto Kosenamen. Nun, *Knackwürstchen* finde ich nicht zwingend unkreativ, aber mit Sicherheit keine verbale Knallbombe, wenn sie zum Zwecke weicher Knie gezündet wurde. Mal ehrlich, welche Frau ist nicht offen für die ein oder andere flatterie - worauf wesentlich die französische Coquetterie basiert ;).

So richtig weiß ich gar nicht, wieso ich jetzt darauf komme. Denn meine Fenchelgeschichte ging ja gut aus. Ich mag inzwischen Fenchel sehr gerne. Roh und gegart. Der muß mir überhaupt nicht schmackhaft gemacht werden, da brauchts kein Gesäusel. Wohingegen die Schulfreudin - bereits verlobt mit Herr Nichtwortschmeichler - sich letztlich für dessen Arbeitskollegen  entschied. Leider kann ich keine Auskunft darüber geben, was ihr von da an ins Ohr geflüstert wurde. Hmmm, vom Prinzip eher eine persönliche Dill-Geschichte. Wer mag schon Dill? Aber ich schweife ab...

Zurück zum Fenchel-Happy End!
Ich hatte euch von meinem neuen vegetarischen Kochbuch erzählt. Hier nun das erste Rezept frisch daraus vorgekocht mit Fenchel aus dem Garten. Mein Habib war ganz begeistert. Und ich finde das Geschirr aus dem Buch Teller für Teller phänomenal: ländlich, handwerklich, natürlich! Nun, es war ein guter Einstieg beim Nachkochen. Mal schauen, was folgen wird.
Zutaten:
für das Dressing:

150g Ziegenfrischkäse*
2 EL Apfelbalsam-Essig 
(m: selbst angesetzt)
4 EL Apfelsaft*
2 TL Akazienhonig
(m: Lavendelhonig)
Meersalz
grüner Pfeffer
(m: schwarzer)

40g Walnusskerne
50g Feldsalat
400g Fenchel
500g aromatische, feste Birne

Zubereitung:

Für das Dressing den Ziegenfrischkäse mit der Gabel zerdrücken, Essig, Apfelsaft und Honig dazugeben und alles mit dem Schneebesen glatt rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für den Salat die Walnusskerne grob hacken und in einer Pfanne ohne Fett rösten, bis sie anfangen zu duften. Auf einem Teller auskühlen lassen. Den Feldsalat gründlich putzen und trocken schleudern.

Den Fenchel putzen und das Fenchelgrün hacken und beiseite legen. Die Fenchelknolle quer in hauchdünne Scheiben hobeln und diese in Streifen schneiden. Die Birne schälen, längs vierteln und das Kerngehäuse herausschneiden. Birnenviertel ebenfalls in hauchdünne Scheibchen hobeln.
Fenchel und Birnen mit dem Dressing mischen und etwa 10 Minuten durchziehen lassen. Den Feldsalat auf vier Teller verteilen und den Fenchel-Birnen-Salat daraufgeben. Walnusskerne und Fenchelgrün darüberstreuen.

*Anmerkung m: das nächste Mal besser Faiselle statt Frischkäse; habe mehr Apfelsaft für eine schöne Konsistenz gebraucht.
Quelle: Bettina Matthaei - Vegetarisch vom Feinsten

Rutscht gut rüber ins Neue und steht mir die dunklere Jahreszeit gut durch! Bis 2012, ihr Knackwürstchen!

Samstag, 24. Dezember 2011

Joyeux Noël

Was uns der Weihnachtsbaum ist, ist den Franzosen der Bûche de Noël. Hat unser eines schon das Gefühl, den Wackerstein im Magen bereits vom Angucken zu spüren, gehört er in Frankreich untrennbar zur weihnachtlichen Tradition. Allerdings gibt es heutzutage auch viele Varianten, die nicht aus der obligatorischen Buttercrème bestehen - was einigen in den Pâtisserien nicht unbedingt eine Entscheidungshilfe war.

Mit diesen Eindrücken aus dem weihnachtlichen Frankreich möchte ich mich von euch verabschieden und mich bei meinen Lesern bedanken für die viele freundliche Résonance! Habt ein friedvolles, harmonisches Weihnachten und für das kommende Jahr wünsche ich euch einen klaren, entschlossenen Willen, den Mut zur Wahrhaftigkeit und das Herz immer am rechten Fleck zu haben! A plus!

Freitag, 23. Dezember 2011

Päckchenzeit: Rote Bete, grüne Linsen, Champignons und Mozarella en papillote

Jetzt kurz vor den Festtagen koche ich unaufwendig und vegetarisch. Ein weiteres vegetarisches Kochbuch, Die neue vegetarische Küche von Maria Elia, hat Einzug gefunden bei mir, da ich diese Linsen bereits dank Anke schon nachgekocht und für sehr gut befunden hatte. Dann hat Sybille-Anna noch den Daumen für das Buch hochgehalten. Sodass schließlich auch das liebe Christkind Einsehen hatte, und noch kurz die Rentiere vorbei schickte - MIT Buch! Das gibt Leckerli für alle!

Und dann schaut mal, was ich gestern entdeckt habe. Ich bin hier gefällig (hoffe ich doch) aufgefallen. Ein bißchen mulmig ist mir schon. Weiß ich doch seit Ente, dass ich als xxxBlog auch nicht gegen diese böse Bloggerkrankheit gefeit bin. Wie heißt diese Epedemie doch gleich? Selbstdarstellerei, oder so. Zum Glück hat Anke gewonnen und mich damit möglicherweise vor mir selbst geschützt ;O)!

Zutaten 4P:

200g Rote Bete, gekocht
(m: 1 rote Bete für zwei)
1 Gemüsezwiebel, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
3 EL Olivenöl

225 g Puy- oder braune Linsen 
(m: Puy)
2 Lorbeerblätter

Dressing:
1 zentimetergroßes Stück Ingwer, gerieben,
1 Knoblauchzehe, gerieben,
30 ml Reisessig,
1 EL Zucker
1 EL Sojasauce,
1 EL Zitronensaft,
75 ml Sesamöl und
2 TL Dijon-Senf.

Salz,
Pfeffer
4 EL frisch gehackten Koriander (m: Petersilie)

500 g Büffelmozzarella in Stücke schneiden..
4 Riesenchampignons oder 8 kleinere (jeweils entstielt)
Salz
1 Prise Chiliflocken
2 EL Oliven- oder Sesamöl 

4 Backpapierquadrate, circa 40 x 40 cm

Zubereitung:
Rote Bete mit etwas Kümmel ausetzen und in ca. 45min weichkochen.

Zwiebel und Knoblauch in Öl bei bei mittlerer Hitze weich dünsten. Darauf die Linsen und die Lorbeerblätter geben und mit Wasser bedecken. Alles einmal aufkochen und dann circa 20 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen weich sind (notfalls Wasser nachgießen). Während die Linsen kochen, das Dressing herstellen. Außerdem Mozarella und Rote Bete in Scheiben schneiden.

Lorbeerblätter entfernen, Linsen abgießen und noch warm mit einem Dressing mischen und mit Salz, Pfeffer und Petersilie abschmecken. Außerdem die Pilze in Scheiben bei hoher Hitze in Öl von jeder Seite drei Minuten anbraten - mit Salz und Chili würzen.

Nun die Päkels verteilen: Wenn die Linsen gar sind, die Champignons zuunterst aufs Backpapier legen, darauf die Linsen, die Rote Bete und den Mozzarella verteilen. Die Pakete mit einem breiten Streifen Backpapier verschnüren. Alles für 15 bis 20 Minuten auf einem Backblech im auf 190° vorgeheizten Backofen backen. Dazu einen Rucola-Salat reichen. (Oder auch nicht.)

Laut Buch lassen sich die Pakete prima vorbereiten und halten sich im Kühlschrank bis zu zwei Tage.
Quelle:  Anke Görner - Die neue vegetarische Küche von Maria Elia - von der Anke ich mir auch das Spiel mit den *Päckchen* geglaubt habe!

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Süßkartoffel-Sticks mit Blumenkohl-Raz-el-Hanout

An der Blumenkohl-Raz-el-Hanout-Crème doktere ich ja schon eine zeitlang rum. Die war im Fontaine ja sowas von köstlich. Und so unerwartet. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, was ich da gerade esse. Und mußte direkt nachfragen. Denn der Blumenkohl funktioniert so ungefähr wie Eis am Stiel. Der Blumenkohl ist in dieser Crème lediglich der Stiel, der Geschmacksträger und verschwindet im Prinzip in der Bedeutungslosigkeit. Und genau das macht diese Crème so spannend - man erkennt den Blumenkohl nicht mehr. Durch das Verstärken des Raz-el-Hanout mit der Mischung der Gewürze für die Mühle plus der zusätzlichen Cremigkeit der Sahne bin ich schon sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Bei den Sticks habe ich mich an Claudias Ratschlag gehalten und die Süßkartoffel sehr fein (wie ich finde) geschnitten. Ich bin gut damit gefahren. Tatsächlich sind die Sticks zu ihren Spitzen hin knusprig, was mich überrascht hat, denn die Süßkartoffel neigt im Ofen eher das Gegenteil zu werden: matschig. Super Kombi und ganz einfach zuzubereiten.

Zutaten:

2 Süßkartoffeln
2 EL Olivenöl
1/2 TL Salz (m: fleur de sel)
1TL Koriander, frisch zermörsert

1/2 Blumenkohl
1 TL Nussbutter
3 EL Sahne
1 1/2 EL Raz-el-Hanout
Mischung aus 1 TL Koriander, 1/4 TL Fenchel, 1/4 TL Bockshornkleesamen
Salz

2 Lammkotletts, mariniert mit Knoblauch und Rosmarin

in Pfanne von beiden Seiten kräftig anbraten (ca. 5min), bis es innen noch rosé ist - kurz vor Ende noch etwas kleingeschnittenen Knoblauch und Rosmarin dazugeben. Salzen, pfeffern.

Zubereitung:

Süßkartoffeln:

Ofen auf 200° vorheizen.

Süßkartoffeln schälen und in 1/2cm dünne Sticks schneiden. In einer Schüssel Öl mit Gewürzen mischen und die Sticks damit gut vermengen. Die Sticks mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen - 2 Süßkartoffeln passen genau auf ein Backblech. 20-25 Minuten braten bis die Ecken und Enden leicht gebräunt sind.Nach Wunsch noch etwas nachsalzen.

Blumenkohl:

Den Blumenkohl in Röschen teilen und über Wasserbad garen bis er sehr weich ist. Mit einem Pürierstab/ Zauberstab cremig pürieren, dabei die Gewürze sowie Butter und Sahne dazugeben. Mit Salz gut abschmecken, der Blumenkohl schluckt viel Gewürz!
Quelle Süßkartoffelsticks: Claudia von foolforfood

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Elf

Die Initiative Sonntagssüß mit ihren schmucken Sammel-Boards hat mich schon öfters zu kurzweiligem Bloghobbing animiert. Dabei bin ich auf ein Event gestoßen, dass mich wiederum zu einem neuen Board geführt hat, das einen schönen Blick durchs Schlüsselloch mir meist völlig fremder (sehr mädelsschwangerer) Blogs geboten hat und bietet. Die Idee - die Ricarda von 23qm Stil ins Leben gerufen hat - gefiel mir sofort: Elf aus 2011. Mit deshalb so ansprechend, weil uns Bloggern schließlich spartenübergreifend die Lust an schönen Fotos eint!

So sieht man elf Bilder, Lieblingsfotos, oder auch mit typischem oder jahreshistorischem Charakter - so wie bei mir. Der ein oder andere wird ein Bild aus dem letzten halben Jahr meiner Bloggerei wiedererkennen. Ansonsten zeige ich euch heute keinen Blick in den Kochtopf, sondern ins Küchenregal, erzähle euch von unseren 2 Monaten in Tansania, von unseren petits crèmes auf den Märkten, den Früchten des Gartens und von der tiefnachwirkenden Zeit in Tibet. An diesen Baum könnt auch ihr wie die Tibeter eure Wünsche und Bitten fürs nächste Jahr knüpfen - geistig versteht sich! Voilà!

Dienstag, 20. Dezember 2011

Pizza forever - Artischockenpizza mit Oliven und Reblochon

Mit wiederkehrender Zuverlässigkeit brauche ich fürs Wohlbehagen Pasta und Pizza. Den Böden aller Böden habe ich für die etwas  üppigeren Beläge gefunden. Nun brauche ich mich nur noch beim über den Markt spazieren interessiert umschauen. Im Angebot waren wunderschöne Artischocken. Die passen SELBSTVERSTÄNDLICH auch hervorragend auf eine Pizza. 

Als ich die gebratenen Artischockenscheiben auf der Pizza verteilte, dachte ich noch, ich sollte ein Foto machen, damit ihr sehen könnt, wie großzügig die Pizza damit belegt ist. Allein, ich hasse es, während des Kochens zu fotografieren. Zum Glück bin ich ja ein Spätzünderblog, sodass es en principe für alle Zubereitungsweisen Bilderstrecken gibt. Was mir in diesem Fall nicht hilft, hätte es sich ja um ein Beweisfoto gehandelt. Ich vertraue einfach darauf, dass ihr mir glaubt, bzw. euch beim Nachbacken selbst überzeugt.

Allein wie die kracht, diese Pizza, wenn man sie durchschneidet...

Zutaten:


1/2 Glas ofengeröstet Tomaten
(oder ca 150ml passierte Tomaten) 

3 Artischocken, mittelgroß
1 handvoll grüne Oliven
1 handvoll schwarze Oliven
1/2 Reblochon
1/2 rote Zwiebel, in Scheiben
2 Knoblauchzehen, in Scheiben
1 kleine Stange Lauch, in feine Scheiben
1 EL Kapern
Oregano
Salz, Pfeffer
einige Kirschtomaten, halbiert

Zubereitung:

Ofengeröstete Tomaten mit etwas Oregano und Harissa auf die gewünschte Konsistenz einköcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen.

Artischocken putzen, vierteln und in Scheiben schneiden. In einer Pfanne in etwas Olivenöl gar rösten. Anschließend Zwiebeln und Lauch kurz andünsten.

Pizzateig nicht zu dünn ausrollen und mit der Tomatensauce bestreichen. Dann die Artischockenscheiben darauf verteilen, die Zwiebeln, den Lauch und den Knoblauch. Nun den in Schieben geschnittenen Käse auf das Gemüse legen. Die Oliven und die Kapern ebenfalls gleichmäßig verstreuen. Mit Salz, Pfeffer und Oregano würzen.

Auf den gut vorgeheizten Pizzastein einschießen und knusprig backen.
weitere Pizza-Rezepte

Montag, 19. Dezember 2011

der erste Frost ruft nach Suppe, nach Kokoscurry-Nudelsuppe mit Huhn

Zum vierten Advent kam die erste Kälte sogar mit ein paar Schneeflocken, die den Garten zart mit weißem Puder bedeckt haben. Bei Britta morgens diese Suppe gesehen, war sie genau das, wonach dieser Sonntag verlangte. Klare Sache: So geht Bloglesen at its best = sofortige Inspiration!

Schnell in den Garten gegangen, und mit rotgefrorenen Fingern den zarten Mangold abgeschnitten, der wacker dem Frost getrotzt hatte. Karotten und Lauch bietet der Garten ebenfalls noch. Und so wurde die Suppe leicht danach abgewandelt. 

Und wenn dann die Suppenterrine auf dem Tisch steht, es warm rausdampft während des Schöpfens und draußen sich das Wetter richtig uggattig zeigt, dann kann kein Menu der Welt an diesen Genuß reichen.

Zutaten für 2-3 Personen:

2 Hühnerkeulen
1 Karotte, in Stücke
1 Zwiebel, mit Schale, halbiert
ein Stück Sellerie, in Stücken
grüne Abschnitt von 2 Stangen Lauch
1 Knoblauchzehe
7 Rosenköhlchen
1 Stück Ingwer, in Scheiben
1 Lorbeerblatt
1 Nelke
5 Pfefferkörner
1,5l Wasser

eine große handvoll Mangold
1 Tasse eingefrorene Erbsen (m: aus Garten) 
2 große Stangen Lauch
1 große Karotte
1 große rote Paprika
1-2 frische rote Chili, je nach Schärfe
(m: weggelassen)
2 Knoblauchzehen
1/4 TL Koriander, gemahlen
1/4 TL Kurkuma
1,5 – 2 TL gelbe Thai-Currypaste
1 TL Currypulver
2 EL Fischsauce
1 EL Palmzucker (m: brauner Zucker)
1 TL Salz (evt.+)
200ml Kokosmilch
200 g thailändische Reisnudeln
(m: nicht alle in die Suppe gegeben)
Zubereitung: 

Möhre und Sellerie in etwas Olivenöl kurz anrösten, dann restliches Gemüse und Gewürze, sowie die Hühnerkeulen mit ca. 1,5 l kaltem Wasser aufsetzen, zum Kochen bringen und ca. 1 Stunde köcheln lassen, den aufsteigenden Schaum immer mal wieder abschöpfen.

Die so gewonnene Brühe abschütten und beiseite stellen, das Fleisch der Hühnerkeulen auslösen und in mundgerechte Stücke zerteilen.
Mangold waschen und putzen und in mundgerechte Sücke rupfen, Paprika in feine Streifen schneiden, die Chilies in schräge Ringe. Knoblauch fein hacken und Lauch in Ringe, Karotte in Stifte schneiden.

Etwas Öl in einem großen Topf erhitzen, Lauch und Möhren kurz anbraten und wieder herausnehmen, in ein Schälchen geben.

Noch einen EL Öl erhitzen, die Currypaste einrühren, Knoblauch, Koriander, Kurkuma und das Currypulver zugeben, alle Zutaten kurz anrösten
.
Mit Kokosmilch ablöschen, danach erst die Hühnerbrühe von den Schenkeln (leider hat die Brühe von nur 2 Schenkeln nicht für die komplette Suppe gereicht, deshalb der zusätzliche Fond) und den Hühnerfond zugeben.

Alles aufkochen, mit Fischsauce und Palmzucker abschmecken, die Paprika und das ausgelöste Hühnerfleisch hinzugeben und einige Minuten köcheln lassen. Erbsen hinzugeben, weitere 5 Minuten garen, ganz am Schluss den frischen Spinat in die Suppe geben und nur kurz zusammenfallen lassen, zudem Karotte und Lauch.

Die Reisnudeln in der Zwischenzeit ca. 6 Minuten garen, in die Suppenschalen geben und die Suppe mit Gemüse und Fleisch darüber schöpfen.
Quelle: Britta von Kamafoodra, bzw. Petra von Chili und Ciabatta

Sonntag, 18. Dezember 2011

Einweihung zum 4.Advent

Heute werdet ihr in mein Linzer-Geheimnis eingeweiht. Ich sags lieber gleich: NICHT original. Also alle in Linz Geborenen mit Rezept noch von der Uroma dürfen diesen Kuchen gerne anders bezeichnen...

Wie ja bereits erwähnt bin ich jetzt nicht die Anmutigste unter den Geduldigen. Daher liegt es nun rein gar nicht in meiner Natur eine Linzertorte zu backen, die dann irgendwann nach Tagen der Lagerung nicht mehr im Mund staubige Brösel hinterläßt. Und nichts schlimmer als eine trockene Linzer. Nein, ich habe getüffelt, nennt mich Jean Pütz (ja immer noch ein potenter Mann ;O) und hier ist sie, die Linzer, die so aus dem Ofen kommt, wie ich sie haben wollte: schön feucht oder gatschig. So bezeichnet es ein Auslandsdeutscher-Freund von uns, der zwei Täler weiter wohnt und dessen Mutter Konditorin ist. Und genau der meint zu dieser Linser: Fies! Und kann davon drei Stück hintereinander vertilgen (der kann aber auch allgemein viel Süß - daher sind die drei Stück in Klammern).

Mich erinnert meine Linzer an den Film *Scarface*, in dem als oberste Maxime eines jeden Dealers gilt: Konsumiere deinen eigenen Stoff nicht! Bei diesem Kuchen führe ich mich regelmäßig an der Nase herum, und schneide in kleinen, dünnen Stücken doch mehr am Tag runter, als mir lieb ist. Wie die Rouge-Trinker aus den winzigen Weingläsern, die am Ende des Abends vergessen haben mitzuzählen, aber ja nur kleine Gläser getrunken haben. Obacht, Kinners, ich sag nur Obacht!

Natürlich dürft ihr euch auch um den Clou berrauben und den Kuchen einfach durchbacken - dafür 5-10 Minuten länger im Ofen stehen lassen.
Zutaten:

250g Mehl
250g gemahlene Nüsse
(m: halb Haselnuss, halb Mandel)
250g Zucker
250g Butter
1 Ei
2 EL Kakao-Pulver
1/2 TL Nelke, gemahlen
1 TL Zimt
2-3 EL Kirschwasser
1 Prise Salz
1 EL Öl (Sonnenblume)

4 EL Marmelade
(m: Johannisbeer-Himbeer)

1 Eigelb, eine Prise Salz, etwas Milch
Zubereitung:

Ofen auf 170°C (Umluft) vorheizen.

Aus allen Zutaten einen Knetteig herstellen und diesen kalt stellen.

Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen, den Rand einfetten. 2/3 des Teige ausrollen in Größe des Bodens. Diesen auschneiden und in die Form legen. Den Boden mit Marmelade bestreichen.

Nun den restlichen Teig ausrollen, etwa 1/2 cm dick und Kreise ausstechen. Aus den Kreisen jeweils mit dem gleichen Ausstecher drei Kreissegemente ausstechen (s. Bild) und die Mann-Mobilia-mäßig auf dem Kuchen anordnen. Für den Rand die gleichen Kreissegmente dachziegelartig hintereinander weg auflegen. Man kann natürlich auch Gitter legen, Sterne oder Herzen ausstechen und damit verzieren...

Aus dem Restverschnitt noch ein kleines Tartelette backen.

Das Eigelb mit Salz und etwas Milch bestreichen und die Oberfläche der Linzertorte damit bestreichen. Auf der zweiten Schiene von unten bei 170° (Heißluft) - 35-40 Minuten backen.
Quelle: eigenes Rezept - und ja, man wills kaum meinen, die Engelchen wurden seinerzeits von meinen eigenen Händen mit Liebe gewirkt und zu Weihnachten verschenkt.

Heute wie stets wird mit den Süßen der IS der Sonntag versüßt - heute sammelt Nina aka Fräulein Text, und alle Köstlichkeiten vereint hier 

Samstag, 17. Dezember 2011

Rote Bete-Salat mit Parmesan und karamellisierten Walnüssen

Man will kaum meinen - wenn man die Liste der bisher gebloggten Salate sieht - dass ich ein echter Salat-Maniac bin. Nichts fataler für mich als ein Salatbuffet, denn ich muss sie ALLE durchprobieren. Salat gibt es bei uns fast täglich, meist, allermeist nach ähnlichem Muster bei dem wahlweise das Öl oder der Essig wechselt, mal mit mal ohne Senf. Wenn ihr einen Lieblingssalat unter euren Posts habt, könnt ihr mir eine Freude machen, wenn ihr mich darauf hinweist.

Dieser Salat ist fix zubereitet und erhält durch die karamellisierten Walnüsse einen schönen Crunch. Wer rote Bete wie ich gerne mag, der wird auch diesen Salat nicht verschmähen.

Zutaten:

1 große Hand­voll Feldsalat
einige Blätter Rucolasalat
Par­me­san gehobelt
2 EL Him­beer– oder Apfelessig
2 EL Olivenöl
2 EL Walnuss- oder Haselnussöl
Meer­salz und schwar­zer Pfef­fer aus der Mühle
1 TL Honig
2 Rote-Bete, gekocht mit etwas Kümmel

1 handvoll Walnüsse, gehackt
1 EL Zucker
1 Prise Salz

Zubereitung: 

In einer Pfanne den Zucker mit dem Salz karamellisieren lassen, die Walnüsse im hellbraunen Karamell *schwenken* und auf einem Teller abkühlen lassen.
Feldsalat und Rucola waschen, put­zen, evtl. klein­zup­fen und gut abtrop­fen las­sen. Par­me­san ohne Rinde grob ras­peln. Aus Essig,  Öl, Salz, Pfef­fer und 1 Tee­löf­fel Honig eine Salatsauce mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Rote Bete in Spal­ten schnei­den. 

Den Feldsalat auf eine Schüssel anrichten, darauf die rote Bete in Scheiben verteilen, ebenso den Rucola. Mit der Vin­ai­grette beträu­feln. Mit Par­me­san bestreuen und den Walnüssen.

Freitag, 16. Dezember 2011

Vanillekipferl-Gipfel 2011

Wie? Ihr könnt schon keine Plätzchen mehr sehen? Also habt ihr DIE traditionellen Plätzchen der Regionen mit deutschsprachiger Kenntnis dieses Kontinents bereits gebacken, oder? Vanillekipferl! Pflicht! So geht nun mal Tradition!

Für mich waren Uschis Vanillekipferl, die ersten des Jahres, die mir aber sofort ins Auge gestochen sind. Das schöne Rezept in alter Sütterlin-Handschrift, ihr Plädoyer dafür und die Einigkeit der österreichischen Blogger, dass dieses Rezept TÜV bekommt (ohne Ei), gaben den Rest. Womit sie nicht nur mich überzeugt hat, auch  Miss Boulette folgte dem Familienrezept.

Nun liegt der 3.Advent bereits hinter uns und die Kette der Vanillekipferl-Bäcker dieses Jahr ist lang: es gibt welche bei Zorra, bei Christina, bei Sylvia - und klaro, hat Petra schon längst welche in ihrem Programm, bzw. der FF-Liste.
Es gab sogar völlig selbstlose Vergleichsbackversuche bei Ente auf der Suche nach DEM Rezept. Und Nyhet und Schokozwerg haben Kipferl goes Orient gebacken. Sollte ich bedauerlicherweise jemanden mit seinen Kipferln übersehen haben, dann meldet euch bitte - ich werde überarbeiten/ korrigieren.

So ganz linientreu habe ich es auch nicht geschafft zu bleiben: ich habe die Vanille mit Tonkabohne ausgetauscht - und jetzt nicht steinigen - einen Teil davon in den Teig gegeben. Hat mir gut gefallen und schmeckt wirklich vor. Aber zerbrochen sind so gut wie keine - wie Uschi vorhergesagt hat. Ich werde bei dem Küchenschaben-Rezept bleiben. Und das hochzufrieden! Danke Uschi!
Zutaten:
Vanillekipferl

70 g Walnüsse (Küchenschabe) oder Mandeln (Oma/m), gemahlen
70 g Staubzucker
200 g kalte Butter
180 g Mehl, griffi, Typ 480
(m: Spätzlemehl, doppelgriffig)
100 g Mehl, glatt, Typ 480
(m: T45)
1 Prise Salz
(m: 1/2 Tonkabohnenabrieb)

mit Vanille aromatisierter Staubzucker (m: 1/2 Tonkabohne)
oder Staubzucker mit 3 Pkg. Vanillezucker vermischt

Zubereitung:

Aus Nüssen, Zucker, Butter und Mehl einen Mürbteig kneten und eine halbe Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Backrohr auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Aus dem Teig kleine Kipferl formen und ungefähr zehn Minuten backen. Den aromatisierten Staubzucker in eine großen Schüssel geben. Die Kipferl aus dem Backrohr nehmen. Etwa eine Minute überkühlen lassen. Dann ganz vorsichtig einzeln in die Schüssel mit dem Zucker gleiten lassen. Rundherum im aromatisiertem Staubzucker wälzen. 

Die Menge reicht bei mir für drei Backbleche.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Ideen x 2 - Kartoffel-Birnen-Gratin mit Entenbrust auf Portwein-Schoko-Sauce

Verstehe ich gar nicht, wieso ich nicht LÄNGST diese Sauce von Astrid ausprobiert habe. Die ist oberköstlich. Kein Tröpfchen blieb übrig davon. Gut, ich hätte auf sie hören sollen, und die Sauce durch ein Sieb streichen, das hätte der Optik gut getan. Dem Geschmack wars allerdings egal. Herrlich, die kommt in den Immer-Wieder-Und-Wieder-Fundus!

Bei dem Gratin hätte ich bei meinem bewährten bleiben sollen. Dafür habe ich eine neue Crème ausprobiert, die mit Ei war. Dabei weiß ich doch eigentlich, dass ich Ei im Kartoffelgratin überhaupt nicht mag. Die Kombi mit der Birne und dem Salbei hat mir aber sogut gefallen, dass ich sie euch dennoch vorstelle und es für euch wie mich so festhalte, wie ich dieses Gratin beim nächsten Mal zubereiten werde - nämlich nach DEM Rezept, an dem es nichts zu zweifeln gibt. Dazu gabs einen Endiviensalat. (Kann mich heute immer noch durcheinanderbringen, dass was den Franzosen Endivien ist, ist bei uns Chicoree und umgekehrt).

Ach, und Vorschlag für die Eventler: Nachgezogen - 1 Jahr später!
Inspiration heute von Posts von gestern!

Zutaten:

Entenbrust
(nach bewährter Manier nach Schuhbeck = IMMER rosa)

Backofen auf 100 Grad (Umluft) vorheizen, ein Ofengitter auf die mittlere Schiene und darunter ein Abtropfblech schieben. Die Haut der Entenbrust rautenförmig einritzen. In einer Pfanne mit der Hautseite nach unten bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten braten, kurz wenden und auf dem Gitter im Ofen mit der Haut nach oben etwa 50 Minuten garen, salzen und pfeffern.

Sauce à la Astrid

100 ml kräftiger Rotwein (Monastrell)
100 ml Portwein Ruby
50 ml Orangensaft
2 Stück Schokolade mit mindestens 70 % Kakaoanteil
50 ml Balsamico 6 %
1 - 2 Teelöffel Demi Glace vom Wild (je nach Reduktion und Intensität)
Pfeffer schwarz
Zubereitung:

Das Fett aus der Pfanne abgießen, den Bratensaft mit dem Rotwein lösen, aufrühren.
Den Portwein und Orangensaft dazugeben. Einkochen lassen. Mit Zimt, Pfeffer und Salz würzen. Balsamico aufgießen, Demi Glace einrühren. Weiter langsam reduzieren, bis eine hocharomatische, sehr sämige Sauce entsteht. Die Schokolade hinzugeben. Die Sauce durch ein Sieb geben, um Bratensatz und gröbere Pfefferstücke zu entfernen.

Kartoffelgratin mit Birne und Salbei:

600g Kartoffeln (ca. 2 größere Kartoffeln)
1 Birne (rotschalig, nicht zu reif)
300ml Milch
150ml Sahne
1 Knoblauchzehe
4 Salbeiblätter, fein geschnitten
Muskat
Salz/ Pfeffer
Butter für die Form und einige Flöckchen

Zubereitung:

Backofen auf 200° Ober-/Unterhitze vorheizen

Kartoffeln waschen, schälen und in ca.2mm dicke Scheiben hobeln. Birne schälen und in dünne Schnitze schneiden. Den Knoblauch ebenfalls schälen und in feine Stifte schneiden. Gratinform ausbuttern. Abwechselnd mit Karoffeln, Birne und Knoblauch schichten.

In einem Topf die Milch und die Sahne erhitzen, dabei kräftig würzen und den Salbei unterrühren. Die heiße Milch über die Kartoffeln in die Gratinform schütten und in den Ofen stellen für ca. 25-30 Minuten. Die letzten Minuten auf Umluft stellen, dann einige Butterflöckchen auf das Gratin geben, damit die Oberfläche schön knusprig wird (hier vergessen) - wers noch knuspriger mag: kurz unter den Grill stellen.
Quelle Sauce: Astrid von Arthurs Tochter kocht

Ach, und wir haben das Jägergeschenk gestern bekommen. Jeder Haushalt des Dorfes (Secondaire gilt nicht) wird vor Weihnachten von den Jägern beschenkt. Dafür gibts als Dankeschön ein pot de vin (heißt auch Schmiergeld ;) Dieses Jahr haben wir ein Stück Bauch und ein Stück Rippe einer jungen Sau bekommen. Was fällt euch als erstes an zu bastelnder Köstlichkeit dazu ein?

Das wäre mein Ideengesuch an euch, nachdem ich ja euch bereits eine Event-Idee geboren habe..., nee Ideen x 2!

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Inselleben

Manchmal erinnert mich mein Leben heute an das Lied aus den 80ern: *ich sitze hier auf meinem Stern und laß im All die Füße baumeln...* (kennt ihr noch, Kleine Taschenlampe brenn'?).

Wir führen eine Art Inselleben, etwas fernab der Welt, etwas weltabgewandt. Es tut mir gut. Wenn man lange genug in die Weite, die Stille und die Natur schaut, schauen sie auch zurück. Das Gleiche gilt ja ebenso für das Sprichwort mit dem Abgrund (Wenn man zulange in den Abgrund schaut...) Dieser Blick aus unserem Fenster, von der Terrasse hat auf mich eine ähnliche Wirkung wie am Strand zu stehen und die Größe des Meeres zu spüren.

Schließlich hängt unsere Wahrnehmung entscheidend damit zusammen, zu was wir uns in Relation, in Beziehung setzen. Das reicht von der frischcoiffeurten Kollegin, deren Haare besser sitzen als die eigenen, bis hin zu den Sternen in der Unendlichkeit des Universums. Hier bin ich einfach weniger abgelenkt von außen und von den anderen und zweifle schon lange nicht mehr daran, dass hinter allem und in allem Lebendigen ein tieferer Sinn steckt.
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