Mittwoch, 23. April 2014

Welttag des Buches: Blogger schenken Lesefreude

Es ist, als würde jemand das Licht in einem heller drehen und die innere Wärme für das Leben, die Schwächen der Menschen und all die doofen Stolpersteine steigt sprunghaft. Dieses Buch ist ein Geschenk für die Psyche, die Stimmung und die Moral. Ich wüßte wirklich nicht, was man von einem Buch mehr erwarten kann, wie man MEHR *Lesefreude* schenken könnte.

Wer das Buch *Zusammen ist man weniger allein* von Anna Gavalda bisher versäumt hat zu lesen, der findet bis Sonntag, den 27. April 24 Uhr hier die Gelegenheit, es zu gewinnen. 

Und zwar genau ab heute, denn heute ist Welttag des Buches und erneut findet die Aktion Blogger schenken Lesefreude statt. Auf der Teilnehmerliste findet ihr alle beteiligen Blogger mit ihren Büchern gelistet.

Blogger schenken LesefreudeWer sich das Buch ganz dringend schenken lassen möchte, der hüpfe noch hier oder dort mit in den Lostopf - die habe ich beim schnellen Durchsehen der Teilnehmerliste entdeckt.

Oder, das wäre natürlich auch eine Möglichkeit, ihr macht Urlaub bei uns, denn Feriengästen leihe ich das Buch gerne als Regentage-Urlaubsverschönerung aus...

Hinterlaßt bei eurem Kommentar bitte eine Mail-Adresse, damit ich euch im Glücksfall erreiche. Der Fischer-Verlag hat mir Anna Gavaldas Buch freundlicher Weise zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür. Verlosungsbekanntgabe ist am Montag, den 28. April.

Dienstag, 22. April 2014

Warm-up: Bücher-Lesen

Sobald ich flüssig lesen konnte, zählte ich zu den Bücherwurm-Kindern, denn früh hatte ich begriffen, dass man so der Realität entfliehen kann. In der nächstgelegenen, kleinstädtischen Bibliothek war ich junger Dauerkunde.

Heute komme ich nur noch dann zum Bücherlesen, wenn wir auf Reisen sind. Nun aber aus Entspannungsgründen und nicht, um einen Haken ums Leben zu schlagen. Bücher verschlingen kann ich allerdings nach wie vor. Dabei gefällt mir unterwegs das Tauschsystem besonders: man wechselt ein gelesenes Buch gegen ein neues, untereinander, in den Hostels oder den einschlägigen Bookshops, wobei die Auswahl dabei in aller Regel äußerst bescheiden ist. Zwei Bücher habe ich auf die Reise mitgenommen, hatte aber kein glückliches Händchen.
Bücherladen in San Pedro - Guatemala
Klar war ich sehr neugierig, was mir wohl Anna Gavalda in ihrem ersten Buch erzählen wird. Leider konnte ich ihr dieses Mal so gar nicht folgen. In ihrem Roman *Ich habe sie geliebt* stellt sie die Liebe einer Partnerschaft und einer Affaire nebeneinander. Und vergleicht dabei für meine Begriffe Äpfel mit Birnen. Wenn alle Abgründe ausgelotet, alle Schwächen ans Licht gezogen wurden, wenn Stress und Affekt uns in Momenten entstellt gezeigt haben, dann weiterhin im Alltag Respekt, Höflichkeit und Achtung für die Werte des anderen – die keiner so gut wie der Vertraute kennen dürfte – aufrecht zu erhalten, das ist für mich Liebe. Und hängt immer auch vom Gegenüber ab. Hingegen ein bißchen Leidenschaft, die angefeuert wird von der Ungewissheit und dem rausgerissenen, flüchtigen Moment, zu leben – sorry – das kann doch fast jeder.

Aber es soll nicht gelästert werden, die Flops überspringend will ich euch die Buchentdeckungen vorstellen:

Einhelliger erging es mir mit dem Buch *Zwei an einem Tag* von David Nicholls. Es ist, als hätte Nicholls sich von den Goethe Worten inspirieren lassen *Und was die Mitte bringt ist offenbar, das was zu Ende bleibt und anfangs war*.  Nicholls macht die Liebesgeschichte an ihrem Anfang fest, beginnt mit der ersten gemeinsamen Nacht und entwickelt die Geschichte derart weiter, dass wir die Beziehung zwischen diesen beiden Menschen über die Zeitspanne von 20 Jahren verfolgen -  immer auszugsweise an diesem einen Tag im Jahr, ihrem Jahrestag. Nicht, dass mich diese Liebesgeschichte besonders berührt hätte, aber der Zeitgeist, der Hintergrund dieser Geschichte ist gut eingefangen. Und ich komme nicht umhin, festzustellen, dass ich zur gleichen Zeit (wenn auch nicht in England) älter geworden bin.

Der historische Roman *Jud Süß* von Lion Feuchtwanger, den ich nur zögerlich und aus Mangel an Alternativen an mich nahm, spielt im Württemberg des 18. Jahrhundert und riss mich mehr mit wie jeder Krimi. Wie Joseph Süß Oppenheimer, ein Jude aus einer Kaufmannsfamilie, zum mächtigen Finanzrat am Hof aufsteigt, sich verliert, wandelt und neu findet, ist derart mitreisend, dass ich die letzten Seiten mit Tränen in den Augen las. Brillant zeigt Feuchtwanger zudem auf, wie die unsägliche Verbindung zwischen Geld und Politik immer schon nur einigen Obrigen zum Vorteil reichte.

Sehr gefreut habe ich mich, auf ein Buch von Frederica de Cesco zu stoßen. Ihre Bücher *Das Sternenschwert* und * Der rote Seidenschal* zählen zu meinen meistgeliebten Jugendbüchern, ja, ich besitze sie bis heute. Als ich *Die Tochter der Tibeterin* von ihr in einem Regal stehen sehen habe, griff ich zu, ungeachtet dessen, dass es sich dabei um den Fortsetzungsroman zu *Die Tibeterin* handelte. Was mich beim Lesen auch keinen Moment gestört hat. Mit ihrer Mischung aus Treue zu sich selbst, der Verbundenheit zu einer geistigen Welt, der Liebe zu einem Seelenverwandten PLUS Pferdebegeisterung hatte sie mich früher schon immer auf ihrer Seite. Nun kam bei diesem Roman der Hintergrund des chinesisch besetzten Tibets dazu, was ihr gelingt genauso lebendig zu zeichnen wie ihre Protagonisten. Und der Wunsch, ein Mal in meinem Leben ein Vollmond- oder Erntefest der tibetischen Nomaden zu besuchen, ist nur gewachsen.

Besonders schwierig gestaltete es sich auf Kuba mein gelesenes Buch einzuwechseln, weil – wie bereits erwähnt – die Strukturen für individuelles Reisen so wie in den meisten anderen Ländern dieser Welt nicht wirklich vorhanden sind. Oft sind es nämlich die Aussteiger in den Travellerorten, die solch eine kleine Buchhandlung betreiben. Dennoch gelang in Havana *Das Narrenschiff* von Kathrine Anne Porter, das zum ersten Mal 1961 erschien, in meine Hände. Das in dieser Gesellschaftssatire gezeichnete Menschenbild ist bestenfalls als mäßig zu bezeichnen. Wer nicht über sein eigenes Unvermögen stolpert, fällt über seine Lebenslügen oder scheitert an Eitelkeit oder mangelnder Urteilsfähigkeit. Sehr zeitlos das Ganze also. Nicht gegeizt wird obendrein mit nationalen Klischees, die wie so oft, gerne aber nicht immer stimmen. Dass Deutsche seinerzeits als gefräßig galten, das stimmt in meinem Fall allerdings zu hundert Prozent. Glühend bewundert habe ich die damalige sog. Bildungselite für das Switchen-Können zwischen verschiedener Fremdsprachen bis in kleinste Nuancen – was ein großer Pluspunkt der gelungen Übersetzung ist, die mit vielen Fußnoten auch auf eben solche Feinheiten hinweist.
Ein Buch habe ich tatsächlich wieder mitgenommen nach F (ein kleines Wunder ob der Tonnen Huipils im Rucksack). Unsere Reise nach Tibet beeindruckte uns so tief, wie keine andere Reise. Nicht für möglich hätten wir gehalten, dass es Menschen gibt, die ob ihrer inneren Schönheit aus sich selbst heraus leuchten. Im Jahr darauf zog es uns daher nach McLeod Ganj, dem Exilort der Tibeter im indischen Himalaya und dem heutigen Wohnsitz des Dalai Lamas. Eine tiefe Erfahrung war dort, am eigenen Leib die tibetische Heilkunst erleben zu dürfen. Und den Dalai Lama vor seinem Volk sprechen zu hören. Keine dauergrinsende Heiligkeit, die um Hilfe und Beachtung für sein leidgeplagtes Heimatland werben muss. In seiner eigenen Sprache zeigte sich der Dalai Lama vor den Exiltibetern als tiefernster Mönch. Dies alles schicke ich voraus, um zu erklären, wieso ich seither interessiert bin am tibetischen Buddhismus, einer Religion, die über Jahrhunderte hinweg ihren Kern in dem fernabgelegenen Schneeland bewahren konnte. 

Das von dem geistigen und politischen Führer der Tibeter verfasste Buch *Den Geist erwecken, das Herz erleuchten*, ist teilweise nicht leicht zu lesen, weil ich nun mal nicht buddhistisch geprägt bin. Manches habe ich daher schlicht (gedanklich) übersprungen, um mich von dem Wesen dieser Religion nicht ablenken zu lassen. Zwei Zitate sollen euch einen kleinen Geschmack daraus geben: 

*Bei aller Hochachtung vor anderen Religionen bin ich doch der Auffassung, dass nur der Buddhismus seine Anhänger dazu anhält, gläubiges Vertrauen und innere Überzeugung auf der Basis von Logik und Beweisführung zu entwickeln.*

*Es ist offenkundig, dass unser Geist eine entscheidende Rolle spielt, wenn es darum geht, unser Leben glücklicher zu gestalten und mit mehr Sinn zu erfüllen. Das hat nichts mit dem Vollbringen spiritueller Meisterleistungen zu tun, es ist eine Frage des elementaren, gesunden Menschenverstandes.*

Sonntag, 20. April 2014

Oster-Brioche - fluffig

Hefegebäcke gehören für mich zu Ostern wie Plätzchen zu Weihnachten und Fettgebackenes zu Fasnacht. Tradition ist Tradition.

Dieses Mal habe ich mich darin versucht, den Brioche etwas leichter und luftiger und damit irgendwie französischer zu gestalten. Denn das ist der eigentliche Charakter eines Brioches, wie ich ihn hier aus den Boulangerien kenne. Wäre er zu mächtig, dann würden ihn vorallem der Großteil des weiblichen Geschlechtes verschmähen. Frau ist hier sehr figurgewußt und hält es für das Frühstück meist wie die Italienerinnen: ein Espresso, un petit noir, c'est tout.

Ich wiederum - deutsch geprägt -  BRAUCHE Frühstück. Ja, ich schätze das kaiserliche und begnüge mich abends gerne wie ein Bettelmann. Außerdem trinke ich am liebsten morgens en route einen p'tit crème. Was mich äußerst verdächtig macht als Ausländerin: Milch im café... Und mit Leidenschaft halte ich mein Bäckerstückchen Biss für Biss hinein - auch ohne Zahnprobleme. Womit die Integration zumindest teils geglückt wäre.
Am liebsten - wenn wir auswärts frühstücken - hole ich mir ein Croissant dazu. Platz zwei belegt ein Pain au chocolat, dicht gefolgt von einem Brioche au sucre. Schmeckt alles getunkt hervorragend.

So kommt es, dass ich all diese Gebäcke recht selten selbst zubereite. Außer etwa an Ostern. Und was ich im Brot so gar nicht mag, das schätze ich an süßem Hefeteiggebäck sogar: nämlich, wenn man die Hefe rausschmeckt.

Mir hat dieser wenig mächtige Brioche sehr gut geschmeckt. Auch hat mir die Gare über Nacht im Kühlschrank gut gefallen, denn damit ist er ein ideales Mitbringsel zu einem Osterbrunch. Lediglich den Hagelzucker habe ich vermisst - so gehört sich das um ein Brioche au sucre zu werden. Und für meine Formen hätte ich eine kleine Wenigkeit weniger Teig verwenden sollen - der besseren Entfaltung zuliebe. Der zudem etwas mehr Zeit bei der Gare in den Förmchen gut getan hätte. Beim nächsten Mal dann (beides bereits im Rezept optimiert) - ich werde bei diesem Briocherezept bleiben.

Euch allen ein schönes Osterfest mit vielen bunten Eiern und fröhlichen Gesichtern um euch!
Zutaten für 4 Förmchen (7cm breit, 5cm hoch) oder 8 Muffinmulden von einem Muffinblech*:

225g Mehl (m: T45)
25g Zucker (m: sucre de canne complet)
13g Hefe
45g Demi-Sel-Butter, weich
1 Ei
55ml Milch, lauwarm
(Parfum wie Vanille, Orangenabrieb, etwas Kardamom... - optional/ m: weggelassen)

zum Bestreichen:
1 Eigelb mit ein wenig Milch
Hagelzucker
Zubereitung:

Milch, Zucker und Hefe mischen und gute 5 Minuten gehen lassen. Alle Zutaten miteinander vermengen und solange kneten bis ein leicht glänzender Teig ensteht, der sich vom Schüsselrand löst (m: etwa 8min).

Den Hefeteig abdecken und 1 1/2 - 2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. Den Teig sanft in der Schüssel falten (wie Brotteig von Nord nach Süd, von Osten nach Westen). Dann in den Kühlschrank stellen (m: über Nacht - auf 3-5 Stunden mehr oder weniger kommt es nicht an). 

Am nächsten Tag den Teig gut Raumtemperatur annehmen lassen (dauert je nach Temperatur etwa 1 Stunde). Den Teig in vier gleich große Stücke teilen und diese wiederum zu drei gleichen Kugeln formen (schleifen). Etwas entspannen lassen und dann die Kugeln leicht länglich formen - allerdings so, dass der Schluß unten und nicht seitlich bleibt (für die Muffinform gilt 8 gleich große Stücke und die ebenfalls wieder in je 3 Kugeln unterteilen)

Ofen auf 180° O-/u-Hitze vorheizen.

Drei Kugel-Stränge jeweils in eine gefettete Form setzen, so dass der Schluß unten sitzt und zwischen 30-40 min gehen lassen, bis sie fast ihre volle Gare erreicht haben. Mit dem Eigelb bestreichen und Hagelzucker bestreuen. Im Ofen ca. 25 Minuten backen (m: noch 3min ohne Form dran gehängt). Wer es heller mag, der deckt die Brioche nach 15min ab. Lauwarm mit Butter und Marmelade schmecken sie am besten.

*Anmerkung m: Gebacken mit 250g Mehl (also Zutatenliste in etwa x 1,11) - paßt dann nicht ganz in meine 4 größere Formen aber in 9 Muffinmulden


Jetzt so richtig Lust auf Hefegebäck bekommen? Hier die Blog-Auswahl:


http://salzkorn.blogspot.de/2012/12/180-adventskalender-flechtwerk.htmlhttp://salzkorn.blogspot.de/2012/04/streuselkuchen-cafe-decker-in-staufen.htmlhttp://salzkorn.blogspot.de/2013/03/kitschniedliche-hefeteig-hasen-fur.html
http://salzkorn.blogspot.de/2013/05/rhabarberjahr-2013-streuselkuchen-mit.htmlhttp://salzkorn.blogspot.de/2011/11/blogbuster-zupf-schuedi-irresistible.htmlhttp://salzkorn.blogspot.de/2013/05/butter-toast-und-honig-und-ninas-sue.html
http://salzkorn.blogspot.de/2011/06/brioche-tete.htmlhttp://salzkorn.blogspot.de/2011/10/seitenwechsel-trauben-walnussbrot-la.html

 
..... und auf diese hübschen Briocheteilchen von Miss Boulette verweise ich an dieser Stelle ebenfalls sehr gerne - so könnte ihr den obigen Brioche beispielsweise auch in Form bringen...

Donnerstag, 17. April 2014

Grüne Ziegenkäse-Gnocchi mit jungem, grünen Spargel und ebenso jungem Knoblauch

Es bleibt diese Woche grün, ganz besonders am Gründonnerstag. Die Geschichte, wie Jesus am Ölberg mit seiner Todesangst kämpft und trotz der Bitte an seine Jünger, mit ihm diese Nacht durchzustehen und zu wachen, hundeelend bitterallein ist, hat mich als Kind schon tief gerührt und kann mir heute noch die Kehle zuschnüren. Wie schwer kann auf Erden die Einsamkeit und das Gefühl der Verlassenheit an einem zerren.

Eigentlich hatte ich gehofft, auf dem Markt in Romans wieder an Wildspargel zu geraten, aber nein - dieser Händler machte an diesem Sonntag selbst Sonntag. Jedoch schräg gegenüber, wo dieser sonst seine Markttische hat, wurden ganz dünne grüne Spragelstangen feil geboten, die en principe fast genauso aussehen wie mein gewünschter Wildspargel. Geschmacklich sind sie sich recht ähnlich, allerdings muß man bei dem jungen, dünnen Grünspargel sehr beherzt die holzigen Enden abschneiden.

Und der kleine, paukespielende Bärlauch*, der im Orchester mit den anderen Kräutern sich wirklich mustergültig gibt, schmeichelt wieder einmal den hochgeschätzten und so gerne zubereiteten Ziegenkäse-Gnocchi. Zusammen mit dem Spargel ein Genuss!

Noch weiß ich nicht, ob das nicht vielleicht das letzte Gericht sein wird, in dem Bärlauch mitspielen darf, daher gibt es heute einen kleinen Ausblick in die zauberhafte Schlucht von Omblèze, wo unsere Bärlauch zuhause ist. Einen Eindruck ganz anderer Art zeigt die so waghalsige wie charmante Verena von diesem Tal - an deren Besuch ich gerne (!) zurück denke!
Zutaten:

Gnocchi
250g Ziegenfrischkäse
1 Eigelb
1 EL Bärlauch-Pesto
etwas Salz
70g Mehl
40g Parmesan, gerieben

300g dünner, grüner Spargel
2 Stangen junger Knoblauch
40g braune Butter
etwas Haselnussöl
1 TL brauner Vanillezucker (m: selbstangesetzt)
Salz, Pfeffer
frisch geriebener Parmesan
Zubereitung:

Von dem dünnen, grünen Spargel großzügig die Enden abschneiden (m. ca. 5cm) und in Salzwasser in etwa 5min knackig gar dünsten. Gut abtropfen lassen.

Von den Knoblauchstangen den hellen Teil in feine Ringe schneiden.

Nun für die Gnocchis den Parmesan reiben. Zusammen mit dem Ziegenfrischkäse in eine Schüssel geben. Eigelb, Salz, Parmesan, Mehl und Bärlauchpesto dazugeben und alles gründlich miteinander vermengen.

Die Arbeitsfläche etwas bemehlen, den Teig teilen, zu zwei dünnen, ca. 1-2cm dicken Strängen ausrollen, etwa 1 Zentimeter große Stücke abschneiden (sie werden im siedenen Wasser ihr Volumen nahezu verdoppeln)


Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und salzen. Temperatur reduzieren, so dass das Wasser nur noch leicht simmert. Die Gnocchi hineingeben und solange ziehen lassen, bis sie oben schwimmen, das ist je nach Größe unterschiedlich und kann bis zu 4 Minuten dauern.


In einer großen Pfanne in der braunen Butter die Knoblauchringe andünsten, den Spargel dazugeben und mitschwenken. Den Zucker darüberstreuen, salzen und pfeffern. Die fertigen Gnocchi ebenfalls kurz mit in der Pfanne schwenken. Etwas Haselnussöl darüberträufeln und mit frisch geriebenem Parmesan servieren.

Quelle Gnocchi: Nicky von Delicious Days

*Anmerkung m: Merci für die Wortspiel-Inspiration :)


Immer noch nicht auf den Bärlauch gekommen? Vielleicht hiermit?

http://salzkorn.blogspot.fr/2013/04/dritter-streich-spatzle-mit-barlauch.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2014/04/kulinarisches-fruhlingsgezwitscher.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2013/04/ursens-pizza-mit-barlauch-ziegenkase.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2013/04/ran-den-lauchbar-bulgurpilaw-mit.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2012/04/ziegenkase-barlauch-gnocchi-mit.html










Mittwoch, 16. April 2014

Grüne Kräutersauce mit salzigen Dampfnudeln

Dampfnudeln mal mit Käse zu füllen, das habe ich mir als geniale Idee vorgestellt. Geschmacklich als echten Bringer. Aber wie so oft, ist gedanklich alles möglich, mit Materie verbunden aber nicht. Wie im richtigen Leben quasi.

Selbst wenn der Käse gekonnt vom Teig umschlossen ist, wird er sich später unter Dampf seinen Weg nach außen bahnen. Was bedeutet , dass man auf diese Art die Dampfnudeln um ihren Clou, nämlich die goldbraune Salzknusperkruste, bringt - und das kann keiner wollen, Käse hin oder her.

Was die Dampfnudel ohnehin nicht zu der frischen Kräutersauce braucht, um in ihrer puren Plusterschönheit ein köstliches Garten-Alltagsessen zu sein.

Das Schnittlauchbild ist übrigens nicht in unserem Garten aufgenommen. In dem wurde die prächtige Petersilie längst von Liebstöckel und Estragon übertrumpft - und beide trotzdem von mir bisher weitestgehend ignoriert...
Zutaten:

120g Weizenmehl (T65)
40g Einkorn-Vollkorn (gesiebt)
150ml Milch
10g Hefe
1/2 TL Salz
1 TL Honig

3 EL Gartenkräuter
(Schnittlauch, Petersilie, Pimpinelle, Minze, Sauerampfer, Radieschengrün, Borretsch)
2 hartgekochte Eier
einige Radieschen
100ml Buttermilch
100g Quark
1 EL Crème Fraîche
1 El (klein) körniger Senf
Salz, Pfeffer, 1Pr Zucker
Piment d'Espelette
Zitronensaft

Zubereitung:

Für die Dampfnudeln die Milch leicht temperieren, mit der Hefe und dem Honig verquirllen. Mit Mehl und Salz in einer Schüssel vermengen und ca. 10 Minuten gut kneten. Je nach Teigbeschaffenheit noch etwas Mehl oder Milch dazugeben - die Konsistenz sollte ungefähr wie ein Pizzateig sein. Abdecken und 45 Minuten gehen lassen.

Währenddessen die Eier kochen, kalt abschrecken und fein würfeln. Die Radieschen ebenfalls fein würfeln. Beides zur Seite stellen.
Die Kräuter mit der Buttermilch so fein wie möglich pürieren. Crème Fraîche und Quark unterpürieren, pikant abschmecken.

Den Teig mit einer Teigkarte aus der Schüssel lösen und vorstichtig auf die Arbeitsfläche geben. In 7 Portionen à 60g teilen und rundschleifen. Mit dem Schluß nach unten auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche abgeckt nochmals 10min gehen lassen.

In einem weiten Topf (m: Pfanne mit Glasdeckel - sehr zu empfehlen) 1 EL Öl und 1 EL Butterschmalz erhitzen. Dann so viel Wasser einfüllen, dass der Boden ca. 1⁄2 cm hoch bedeckt ist (für meine Pfanne mit 30cm Durchmesser ca. 140ml). Einen halben Teelöffel Salz dazugeben und aufkochen lassen. Die Hitze reduzieren. Die Dampfnudeln mit der Nahtstelle nach unten hineinsetzen (wenn man etwas Platz läßt paßt in meine Pfanne  - leider - nur 7 Stück) und zugedeckt bei mittlerer Hitze in ca. 12 Minuten garen.

In den ersten zehn Minuten den Deckel nicht öffnen, sie fallen sonst sofort zusammen. Dazwischen einmal die Pfanne schwenken, ohne den Deckel anzuheben, damit das Kondenswasser am Deckel zum Rand der Pfanne fließt und nicht auf die Dampfnudeln tropft. Die mittlere Hitze ist anzuraten für schön goldbraun knusprige Dampfnudeln (s. hier).

Zusammen mit der Kräutersauce servieren.

Sonntag, 13. April 2014

Apfelblütenfest: Tarte Tatin

So Herrschaften, macht es euch gemütlich vorm PC: das hier wird eine Abhandlung. Meine schlechte Erfahrungen liegen Grabeszeiten zurück, ich konnte neu erfrischt auf das Thema *umgedrehte Tarte mit karamellisierten Äpfeln* zugehen. Was uns beiden - der Tarte und mir - äußerst gut getan hat.

Ein Happy End auf den zweiten Anlauf und ohne Zufälle - in epischer Version für euch niedergeschrieben.

Voraus ging eine Recherche, eine gründliche. Also für meine Verhältnisse. Denn ich habe die Verhältnisse untereinander verglichen. Viel ist schließlich nicht dran an einer *Tarte Tatin*: ein Teigboden, Äpfel, Zucker und Butter. C'est tout und der große Reiz der Tarte Tatin!

Selbstredend habe ich all die hilfreichen Kommentare der besten Leserschaft von allen mit einfließen lassen. Merci nochmals für eure Unterstützung!
Vorneweg war damit entschieden: ich backe in einer kleineren Form (hier in einer meiner extra aus Guatemala für diese Aufgabe mitgebrachten Pfannen mit 16cm Durchmesser).

Punkt zwei sind die Äpfel. Als ich in Freiburg über den Münsterplatz-Markt lief, fielen mir *Elstar*-Äpfel allerorten auf und Frau Neudeckers Loblied dazu ein (einen Apfel, den ich bei uns in der Drôme noch nie gesehen habe). In den französischen Blogs liegt *Golden Delicious* ganz vorne. Laut Petra eignen sich aber auch Cox Orange oder St. Germain (mit Reinette s. Kapitel 1)

Was den Boden (bzw. die Haube) angeht, scheiden sich die Geister. Ich finde ja, hier gilt das *Wenn-schon-denn-schon-Prinzip* und ein Blätterteig muß her. Der Hermé Pierre allerdings zieht eine Tarte brisée (einen salzigen Mürbteig vor). Genauso aber bin ich bei Fränziblogs gelandet, die wie angeblich schon ihre Oma traditionell süßen Mürbteig verwenden (das wäre mir allerdings zu süß)- ihr seht: chacun a son gôut .

Kommen wir zum Kasus Knaxus: dem Verhältnis von Zucker und Butter und dem Herstellen von Karamell. Wenn mir eines klar war, dann wie das Ergebnis auszusehen hat.
Meine unbedarfte Vorgehensweise ist in einem solchen Fall stets die gleiche. Was die NSA längst weiß, verrate ich nun auch euch: ich rufe das Bilder-Gugle auf. Und schaue dann, welches Bild meiner Vorstellung von (in diesem Fall) der *Tarte Tatin* am nächsten kommt. Das gibt meine Orientierung. Für euch eine Best of  Zusammenfassung, welche Bilder ich vor Augen hatte:

Verknüpft mit Pierre Hermé bin ich hier und hier gelandet, mit dem in F so beliebten wie bekannten Fernseh-Pâtissier Christophe Michalak hier (eine SEHR eigenartige Vorgehensweise, in der die Äpfel zuerst in einem Butter-Zucker-Wasser-Gemisch gekocht werden). David Lebovitz bietet eine *Light-Version*. Diese gefiel mir noch und die ebenfalls.(Christophe Felder kann man getrost vergessen: zu schischi - schließlich liebe ich an der Tarte Tatin ihren charactère rustique). Wie stets durfte Petra noch in die Statistik einfließen. Und auch die Frau Neudecker. Außerdem die Fränziforen Marmiton und Meilleur du Chef (bei letzterem sieht man zudem prima Bilder vom Making of). Zur Karamell-Herstellung wiederum ist nicht mehr Erhellendes beizutragen, als Mme Ziii bereits laut gemacht hat.

Sie war es übrigens, die mich mit ihrem letzten Kommentar zum Ras le bol noch in Guatemala verweilend zum Pfannenkauf und zu einem inneren attaque brachte (Vergelt's Gott, liebe Susanne). Eben diesem habe ich die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wie ihrer Temperaturangabe zur Karamellherstellung (nämlich die gemäßigte zu wählen). Aber zurück zu den Verhältnissen:


Ø16cm


Zucker

Butter
Pierre Hermé

David Lebovitz

Meilleur du Chef

Chili und Ciabatta

Smitten Kitchen

Frau Neudecker
120g

70g

90g

90g

210g

150g
80g

12g

90g

90g

70g

30g

Und was wird dem aufmerksamen Beobachter anhand der Tabelle klar? Es steckt kein System dahinter. Zumindest keines, was das Verhältnis von Zucker zu Butter angeht.
Entschieden habe ich mich für die Minimal-Zuckerdosis wie David Lebovitz. Bei der Butter bin ich mit 30g im mittlerem Bereich eingestiegen. Optisch, da darf ich mir die Haare geziert nach hinten werfen, bin ich dort rausgekommen, wo ich wollte. Von der Süße her dürfte es für meinen Geschmack auf keinen Fall süßer sein. Unter gar keinen Umständen würde ich daher Vanille-Eis dazu servieren. Alles schreit nach Creme fraîche oder noch besser: dem Creme Fraîche-Eis. KÖSTLICH!

Für meine nächste Tarte Tatin werde ich die Zuckermenge weiter nach unten schrauben, die Apfelsorte Golden Delicious und eine tarte brisée verwenden. Fortsetzung folgt...
Zutaten für eine Form mit Ø 16cm*:

180g Blätterteig (Version mit Einkorn VK)
400g Elstar (3-4 kleine Äpfel)
1/2 Zitrone (Saft davon)
70g Zucker
30g Butter
1Pr Salz

Crème Fraîche zum Servieren

Zubereitung:

Gewünschten Teig zubereiten - ich habe meinen Blätterteig aus der Tiefkühltruhe gezogen und eben so auftauen lassen, dass er sich wellen läßt.

Äpfel halbieren, entkernen, schälen, vierteln und mit Zitronensaft marinieren.

Das Ofengitter auf der zweiten Schiene von oben einschieben und den Ofen auf 200° (m: Umluft) vorheizen.

In einer Pfanne (m: direkt in der ich später gebacken habe) bei mittlerer Hitze den Zucker karamellisieren lassen, dabei die Butter reinschmelzen lassen (bereits hier machts der eine so oder so - s. auch Meilleur du Chef), plus der Prise Salz, bis das Butterkaramell mehr oder weniger (bei mir eher weniger) klar ist. Dann die Apfelstücke zufügen, dicht an dicht - der letzte Schnitz wurde von mir dazugeschoben, als die anderen schrumfend Platz gemacht hatten. Die habe ich ebenfalls bei mittlerer-sanfter Hitze gewendet im Karamell (s. auch Frau Neudecker).

Hier genau braucht man genauso Geduld wie einen Sinn fürs richtige Timing, denn nun tritt der Saft aus den Äpfeln und man muß das Karamell etwas einköcheln lassen. Man sieht aber, wie das Karamell langsam dickflüssiger wird. Das ist genau der Moment, in dem die Pfanne vom Herd gezogen werden soll. (Sollte nicht in der Pfanne gebacken werden, dann das Karamell nicht ZU dickflüssig einköcheln lassen, sondern etwas eher Äpfel und Karamell in die Moule à manque umschichten).

Während die Pfanne auskühlt, den Teig in einem etwas größeren Durchmesser auswellen (hätte ich mir und der Pfanne etwas mehr Zeit zum Abkühlen gegeben, hätte das meinem Blätterteig besser gefallen). Den Teig auf das Apfelschnitz-Karamell legen, Ränder schön nach unten krempeln. Mit einer Gabel mehrfach einstechen.

Pfanne in den Ofen einschieben und ca. 25min backen bis der Blätterteig eine schöne Farbe annimmt.

Aus dem Ofen holen und mindestens 5min ruhen lassen (m: genau 5min), dann drehen (ein Apfelschnitz blieb hängen - in Reih' und Glied zurücksetzen, Vorsicht heiss).

Etwas abkühlen lassen und auf jeden Fall (!!) mit Creme Fraîche genießen. 

Anmerkung m: für eine 26er Form x 1,25 - ich halte allerdings Formen mit kleinerem Durchmesser für idealer
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...