Dienstag, 4. August 2015

Zack die Bohne: Kräuter-Erdnuss-Bohnen-Reisnudel-Salat

Wenn die Bohnen auf einen Schlag reif sind, dann verwandle ich sie zu allererst wie Tomaten gerne zu einem schlichten Salat. Und noch einem Salat. Aber dann fehlts mir schnell an Ideen. Kathi's Anregung zu diesem Rezept kam mir da genau richtig. Zumal ich *Täglich vegetarisch* von Hugh-Fearnley Whittingsall ebenfalls besitze. Aber wie es so oft ist: im Buch wäre mir der Salat nicht aufgefallen dafür bei Kathi direkt. 

Ihre Empfehlung, die Sauce zu strecken, habe ich übernommen - das macht absolut Sinn. Dann habe ich die Nudelmenge verringert zu gunsten einer drastisch erhöhten Menge an Buschbohnen. Und siehe da: dieser Salat kommt zu meinen Lieblingsrezepten mit Bohnen. Sogar den frischen Koriander mochte ich darin. Ja, kulinarische Abneigungen können durchaus überwunden werden - ihr dürft mich als Beispiel aufführen...
Zutaten 3P:

75g geröstete, ungesalzene Erdnüsse 
(falls gesalzen: Salz abspülen und Nüsse trockentupfen)
150g Reisnudeln
400g grüne Buschbohnen
1/2 Gurke
3 Frühlingszwiebeln
1 Bund Minze
1 Bund Basilikum
1 Bund  Koriander

Dressing:
4 EL Reisessig
2 Limetten: Schale und Saft
3 Knoblauchzehen
1 rote Chili
3 TL Vollrohrzucker
4 TL Sesamöl, dunkel
2 TL Sojasauce

Zubereitung:

Die Nüsse auf einem Blech im Ofen bei ca. 180°C ca. 8-10 Minuten goldbraun rösten. Abkühlen lassen, leicht quetschen, um sie aufzubrechen, ggf. grob hacken.

Für das Dressing Knoblauch und Chili fein hacken, Zitrusschale abreiben, Zitrusfrüchte auspressen. Alle Zutaten zu einer Vinaigrette verrühren.

Die Nudeln nach Packungsanweisung kochen. Abgießen, unter kaltem Wasser abspülen, gut abtropfen lassen und mit der Hälfte des Dressings vermischen. Abkühlen lassen.


Die Bohnen putzen und in einem Topf mit leicht gesalzenem Wasser gerade bissfest kochen (meine brauchten etwa 7min). Abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen.

Die Gurke der Länge nach halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Frühlingszwiebel schräg in feine Ringe schneiden. Das Gemüse mischen und mit dem Dressing verrühren.


Kräuter waschen, trockenschütteln und grob hacken / zerzupfen. Zusammen mit den Nudeln unter das Gemüse heben, mit den Nüssen bestreuen und auf einer großen Platte servieren.


Dazu extra Sojasauce reichen, so dass sich jeder selbst bedienen kann.


Quelle:  *Täglich vegetarisch* von Hugh-Fearnley Whittingsall, bzw Kathi aka Kochfrosch

Sonntag, 2. August 2015

Keinerlei Widerspruch: Tarte mit Pfirsichen, Aprikosen und Verveine

Man sollte meinen, dass ein Foodblog, der das Salz bereits im Titel hat, im Grunde den Süßigkeiten völlig abgewandt ist. Tatsächlich schlägt mein Herz auch viel mehr für alles Herzhafte. Und für diesen Namen entschied ich mich durchaus mit Bedacht. Zu den Märchen, die mir im Gedächtnis blieben, ist  jenes, in dem die jüngste Königstochter ihrem Vater antwortete, dass sie ihn so sehr liebe wie Salz. Tja, da kann Zucker und Geschmeide nicht mit.

Aber ich habe die Ermangelung von Süßem auch noch nie erleben müssen. Meine Oma erzählte mir vom Opa, der während des Krieges davon träumte, ein Brötchen auszuhöhlen und nur mit Zucker zu füllen. Die Geschichte gruselte mich als Kind reichlich. So ausgesüßt kann man doch gar nicht sein, dass man sich das lecker vorstellt, oder? Großes Glück eigentlich, dass ich hier nicht mitreden kann.

Denn klar, trotzdem esse ich gerne ab und an was Süßes. Und vorallem, wenn wir mit unseren Feriengästen plaudern oder grillen, biete ich als Abschluß gerne eine Art *Pfefferminzblättchen* an. Dadurch kommt im Sommer einiges zusammen. Wunderbar eignen sich dafür die schlichten, französischen Tartes, die ich mittlerweile aus dem Ärmel schüttle und die derart leicht zu variieren sind. Diese Tarte nötigte mir keine 15min der Zubereitung ab und brachte mir viele Komplimente ein. Was allerdings auch mit an den herrlichen Früchten liegt: die pure Lieblichkeit ob des geballten Sonnenscheins. Und an den gut gestimmten Essern  ;)
Zutaten:

240g Mehl
125g beurre salée, in Flöckchen
80g Puderzucker
75g Crème fraîche
Abrieb 1/2 Orange
Abrieb 1/2 Zitrone
etwas Wasser
etwas Sahne, zum Bestreichen der Ränder

1 gelber Pfirsich
2 Weinberg-Pfirsiche
7 Aprikosen
2 Zweige Verveine
2 EL Vollrohrzucker*
einige Butterflöckchen
2 EL gemahlene Mandeln

Zubereitung:

Aus den ersten Zutaten einen homogenen Teig kneten, in Folie wickeln und minestens 1 Stunde kühl stellen. 

Den Ofen auf 190° vorheizen.

Die Verveineblätter fein schneiden und zusammen mit dem Rohrzucker im Mörser fein zermahlen. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig ca. 0,5cm dünn auswellen (ca. 34cm Durchmesser). Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech Mit Hilfe einer Tarteform den inneren Kreis festlegen. Darauf die gemahlenen Mandeln streuen. Die Früchte in Spalten schneiden und darauf verteilen. Verveine-Zucker und Butterflöckchen darüber streuen. Den Rand nach innen klappen und mit Sahne bepinseln. 

In den Ofen schieben und ca. 35min backen - evtl. den Ofen den letzten Minuten auf 180° runterschalten

*Anmerkung m: Sollten die Früchte weniger Sonne abgekommen haben etwas mehr Zucker zum darüberstreuen verwenden.

Freitag, 31. Juli 2015

Fushion: Mediterrane Schupfnudeln mit Artischocken und Oliven

In Zeiten von Umani, Superfood, Paleo usw. muß sich Fushion-Küche ganz weit hinten anstellen. Als old-school bestenfalls. Vielleicht sogar als überholt. Das gibts schließlich schon EWIG. Wer mixt nicht einfach weltweit zusammen, beliebig, wie es ihm paßt und setzt einen klingenden Namen dazu. Notfalls zückt man: Revolution - damit sollte alles erlaubt sein. Neue Namen - neue Kunden. Auf derartige Marktstrategien reagiere ich großzügig gelangweilt. Deshalb werde ich meine Nahrung nicht im Internet bestellen, sondern weiter schauen, was der Garten hergibt. Egal was andere irgendwo für neue Trends ausrufen.

Ich habe heute also fusioniert in der Küche und mein badisches Grundnahrungsmittel konsequent einfranzösischt. Was hat es lange gebraucht, bis mir klar wurde, dass Bubenspitzle eigentlich das Gleiche sind wie Gnocchi - nur in anderer Form in einem anderen Land. Und ich liebe Gnocchi! Genauso innig wie Schupfnudeln.

Damit meine Schupfnudeln - ein Wort, dass selbst der alkoholisierteste Fränzi wohl nie über die Lippen bekäme - sich richtig schön einschnuckeln in die französische Küche wurde sehr viel Thymian an den Teig gegeben. Und getrocknete Tomaten. Dazu Knoblauch, Oliven, Artischocken und Zitronenbasilikum - tja und kein Einheimischer wäre auf die Idee gekommen, dass dieses Gericht einen völlig unaussprechbaren Namen hat...
Zutaten:

300g Kartoffeln (am Vortag gekocht)
120g Mehl
1 Ei
2 TL getrockneter Thymian
50g Tomaten, getrocknet, in Öl eingelegt, klein geschnitten
Salz

3 kleine Artischocken
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
grüne und schwarze Oliven
Olivenöl
Zitronenbasilikum, in Streifen geschnitten
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1 Zitrone 

Zubereitung:

Für die Schupfnudeln die Kartoffeln schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Mit allen anderen Zutaten mischen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem homogenen Teig verkneten. Zu zwei langen Rollen formen von ca. 2cm Dicke. Stücke von etwa 1,5cm Breite abschneiden und mit den Handflächen länglich rollen.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Schupfnudeln wie sie fertig sind ins Wasser geben und sobald sie an die Wasseroberfläche steigen mit einer Schaumkelle rausheben, abtropfen lassen und auf eine Platte nebeneinander setzen.

Die Artischocken rüsten, vierteln und in Zitronenwasser zwischenlagern. Die Zwiebel schälen, halbieren und in feine Streifen schneiden. Den Knoblauch fein würfeln.

In zwei Pfannen etwas Olivenöl erhitzen. In der einen Pfanne die Schupfnudeln rundherum knusprig braten. In der anderen Pfanne zuerst die Artischocken anbraten. Wenn die etwas Farbe angenommen haben die Zwiebeln mitdünsten (damit die Aritschocken schneller gar werden gebe ich gerne 2-3 EL Gemüsebrühe dazu und lege den Deckel für 3-4min auf - aber Vorsicht: sie sollen nicht weichgekocht werden, sondern gar sein, aber noch Biss haben). Zuletzt Knoblauch und Oliven untermischen. Salzen und pfeffern.

Vor dem Servieren beide Pfanneninhalte miteinander vermengen, mit Piment d'Espelette würzen und den Zitronenbasilikum darüber streuen.

Mittwoch, 29. Juli 2015

Voller Vorteile: Tatin aux aubergines

An Tarte Tatin kann ich nur Vorteile erkennen: der Boden wird knuspriger als anders herum und der Belag bleibt saftig. Außerdem erhält sich nach Jahren der Tarte-Backerei ein kleiner Kitzelmoment, ob sie sich aus dem Ofen kommend schön aus der Form stürzen läßt.

Im Falle der Aubergine gilt es vorallem drei Dinge zu vermeiden, so, wie es Claudio sehr schön zusammengefaßte: es gilt zu verhindern, dass eine zubereitete Aubergine matscht, wässert oder verbrannt und bitter wird. Ist das geglückt, dann wird Aubergine zwingenderweise zu einem Lieblingsgemüse von Jedermann.

Diese Tarte Tatin gefällt mir vorallem in ihrer Einfachheit und den reduzierten Zutaten - was ich auch typisch südfranzösisch empfinde. Ich habe zwar einen ordentlichen Schuß Balsamico-Reduktion für mich vor dem Essen darüber gegeben, der Habibi allerdings bevorzugte die Blanko-Variante. Dazu ein schlichter Tomatensalat und was soll ich sagen: wie Gott in Frankreich...
Zutaten - Form von 23cm - 2P:

40g Einkorn-Vollkorn
120g Mehl (m: Weizen T65)
80g Butter, kalt in Flöckchen
1 TL getrockneter Thymian
Salz
etwas kaltes Wasser

2 Auberginen (ca. 500g), frisch, in dünne Scheiben geschnitten*
2 Zweige Rosmarin, fein gehackt
Salz, Pfeffer
Olivenöl
20g brauner Zucker

Zubereitung:

Aus den Zutaten für den  Tarteteig schnell einen homogenen Teig kneten, in Folie wickeln und mindestens 1 Stunde kalt stellen.

Die Auberginen in 0,5cm Dicke Scheiben hobeln (m: Börner V5) und entweder wie hier beschrieben im Ofen garen oder nacheinander in der Pfanne auf heißer Flamme - funktioniert beides (dieses Mal die Pfannen-Variante genommen - dafür die Auberginen-Scheiben von beiden Seiten dünn mit Öl bepinselt).

Den Ofen auf 200° Umluft vorheizen.

In einer Moule à manque-Form etwas Öl geben, sodass der Boden knapp bedeckt ist (ca. 5 EL - mehr geht immer), den Boden mit dem Rohrzucker bestreuen und etwas von dem Rosmarin.

Den Boden mit der ersten Runde Auberginenscheiben auslegen - diese dann salzen und pfeffern und wieder mit Rosmarin bestreuen. Die nächste Schicht Auberginen legen wieder etwas salzen, pfeffern und mit Rosmarin bestreuen (bei mir ergab die Menge ca. 3 Schichten Auberginen)

Den Tarteteig etwas größer als den Durchmesser der Form ausrollen. Auf die Auberginen legen, dabei die Ränder schön nach innen krempeln. Mit einer Gabel den Teigdeckel mehrfach einstechen. Ca. 35min backen. Aus dem Ofen nehmen und auf eine Platte stürzen (bleibt ein Scheibchen hängen, dann einfach wieder in Form setzen). Servieren.

*Anmerkung m: Die Auberginen sollten hierfür schön frisch sein: also auf Fingerdruck sich richtig fest und prall anfühlen. Bei älteren Auberginen brauchts womöglich 2-3 EL mehr an Öl.

Besonders gut gefiel mir der leicht knusprige, karamellisierte Rand der Auberginen, der sich durch das Backen entwickelte.


weitere salzige Varianten der Tarte Tatin -  und alle köstlich:

http://salzkorn.blogspot.fr/2014/04/ultima-ratio-zum-zweiten-tarte-tatin.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2014/08/tomatentarte-214-tarte-renversee.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2013/03/neidlos-karamellisierte-rote-bete-tarte.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2011/10/tatin-de-navets-lorange-knaller.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2015/02/hotspot-tatin-dechalotes.html









Sonntag, 26. Juli 2015

Komplexfrei: Yagourt glacé à la sirop de verveine avec soupe d'abricot et melon

*Komplexfrei dank Körperdouble* lacht eine Freundin von mir gerne. Und ich darf nur an starken Tagen den Blog von Mimi Thorisson besuchen, um nicht anschließend zu denken, dass mir Profi-Fotograph, Models, Antiquitäten, Herrenhaus und fünf Pinunzen mehr zum WIRKLICH guten Foodblog fehlen.

An anderen Tagen bin ich bereits ganz froh, wenn ich nach dem Essensshot meine innerliche Heidi sagen höre: *Ich habe heute ein Foto für dich* (wobei ich mir den Schwachsinn noch nie gegeben habe - also BITTE). Bien sûr kenne ich ebenfalls die Kein-Bild-Momente, an denen Essen auf sieben verschiedenen Tellern egal von welchem Winkel einfach wie bereits gegessen aussieht. Foodfotographie hat seine hinterhältigen, wetterwendischen, niederträchtigen, abgründigen Tücken. 

Doch dank Jan Peter (kennt ihr von hier) weiß ich: es geht IMMER noch schlimmer. Ja, wir reden von einer Sammlung der Talfahrt der Foodfotographie. Diese Seite spendet sowohl Trost wie Orientierungshilfe (wie es  leider nichts wird). Und vorallem schenkt sie Lachfalten. Ich könnt' mir kringeln - ein Schätzchen, diese Seite. Die Untertitel sind so köstlich wie in den seltesten Fällen vermutlich die Gerichte gemundet haben dürften. Also sogar eigentlich absolut sicher. Ich werde ja nicht mehr fertig - was ein Spaß!

Allerletzte Hilfe bietet mir - wenn alle Stricke reißen -  das Französisch. Gleich klingt ein Rezept wie direkt aus dem *Café de Paris*. Oder so. Und dieses hier hätte gar das häßliche Wort *Fruchtsuppe* im Titel, wodurch sich alle Geschmacksknospen schreckhaft wie die Fühler einer Schnecke zurückziehen würden. Dem gilts logischerweise vorzubeugen. Denn ein ähnliches Dessert habe ich vor kurzem im Aubergistes gegessen und war hin und weg. So und zwar genau so schmeckt das ideale Sommer-Dessert: frisch, fruchtig, kühlend, leicht! Und auch pur mochte ich das Joghurteis mit Verveine-Sirup, selbst wenn es mir quasi unter den Fingern wegschmolz während ich die Fototapete miemte...

Achso und komplexfreie Menschen halte ich für komplett betriebsblinde Vollspackos... nur falls soetwas frei rumrennt...
Zutaten:

Verveine-Sirup:
1 Bio-Limette, Abrieb davon
die Hälfte des Saftes, die andere Hälfte in Scheiben geschnitten
1/2 ausgekratzte Vanilleschote
200 g Vollrohrucker
200 ml Wasser
7 Zweige frischer Verveine (Zitronenverbene)


Verveine zusammen mit den Limettenscheiben in ein verschließbares Behältnis geben. Limettensaft, Wasser, Zucker und Vanilleschote aufkochen, über die Limetten-Verveine-Mischung gießen, abkühlen lassen. Schüssel verschließen, ca. 24 h an einem kühlen Ort ziehen lassen (m: nur 12 Stunden). Durch ein Sieb gießen.

Eis:
250 g griechischer Joghurt (10 % Fett)
80 ml Verveine-Sirup
1 EL Zitronensaft
200 g Sahne


Joghurt mit Verveine-Sirup und Zitronensaft mischen. Die Sahne schlagen und unterheben. In einer Eismaschine zu Eis gefrieren lassen.
Zutaten Soupe d'abricot et melon:

50g getrocknete Aprikosen, klein gewürfelt
500g frische Aprikosen, gewürfelt
400g Galia-Melone, gewürfelt
Saft 1 Orange
Saft 1 Zitrone
2 EL Vollrohrzucker
1 Pr Salz

Die getrockneten Aprikosen mit 3 EL dese Orangesaftes in einem kleinen Topf fast bis zum Kochen bringen, zudecken und 20min ziehen lassen. In einem anderen Topf die frischen Aprikosen zusammen mit den eingeweichten mit dem Zucker mischen und zugedeckt bei mittlerer Hitze kochen, bis sie gar sind, aber noch leicht fest. Zitronensaft und restlichen Orangensaft zufügen, abkühlen lassen. Die Melone nun untermischen und fein pürrieren. Mit einer Prise Salz abschmecken. Wer es süßer mag (oder an wenig süße Früchte geraten ist) zuckert nochmals nach. Die Früchte durch einen Sieb streichen. Die Suppe kalt stellen.

Die Fruchtsuppe auf 4 Teller verteilen und jeweils eine Kugel Joghurteis in die Mitte setzen. Servieren.

Anmerkung m: Anstelle des obigen Eises paßt natürlich auch ein Vanille-Eis oder das Crème-Fraîche-Eis

Freitag, 24. Juli 2015

Hohe Latte: Involtini de Melanzane

Zu den Gemüsen, die mir anfangs in Frankreich, anfangs im Garten und anfangs am Herd eine von tiefen Grübelfalten zerfurchte Stirn bereiteten, gehörte vorneweg - länger als alle anderen - die Aubergine. Mit der wurde ich nicht wirklich warm. Noch nicht einmal lau. Selbst hatte ich wenig Erfahrung damit - also auch im Passivbereich (sprich als Esser  ;). Und erste Versuche erzeugten fettgetränkte, geschmacksneutrale Lappen, die keineswegs begeistern konnten.

Auch mit der Schreibweise von *Aubergine* kann man fremdeln. Beziehungsweise kann man sie schonungslos ohne Rumzuzimpern eindeutschen. Das wissen Foodies spätestens seit Christinas Fund. Und ums auszuplaudern: ich könnte mir à la *blog dein Suchbegriff* einiges ausdenken zum Thema *Oberschiene*...

Die große Kehrtwende stellte sich bei mir mit den richtigen Rezepten ein. Wie Trauben hängen die Früchte dieses Jahr an den Pflanzen. Ein reichhaltiger Fundus also. Zur Verfügung stand mir ebenfalls Reste meiner schlichten Tomatensuppe, die ich mit Ofentomaten (habt ihr auf dem Zettel, ja? Ich habe bereits 12 Gläser eingemacht) gepimpt hatte und nur etwas einköcheln lassen mußte. Also wie bitte kann man Aubergine nicht mögen??
Zutaten:

2 mittlere Auberginen, in 1/2cm breite Scheiben geschnitten
1 Ziegenfrischkäse (ca. 130g)
1 rote Paprika, gegrillt, gehäutet*
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 EL Semmelbrösel
6 Zweige Thymian
2 Zweige Oregano
1/2 TL Harissa
Olivenöl

300ml Tomatensauce*

1 Mozzarella
einige Blätter Basilikum 

Zubereitung:

Die Enden der Aubergine kappen und der Länge nach in 0,5cm dicke Scheiben schneiden (m: Börner V5-Hobel). Von beiden Seiten dünn mit Öl bestreichen.

Den Ofen auf 230° hochheizen. Die Auberginenscheiben nebeneinander auf Backpapier legen und solange backen bis die Oberfläche leicht gebräunt ist. Dann die Scheiben wenden und auf der anderen Seite Farbe annehmen lassen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Nun die Füllung zubereiten. Dafür die Zwiebel fein würfeln, ebenso den Knoblauch. Die Zwiebel in wenig Olivenöl glasig dünsten. Kurz vor Ende den Knoblauch, den fein geschnittenen Oregano und die Thymianblättchen zufügen. Die Paprika und den Ziegenkäse klein schneiden. Letzteres in eine Schüssel geben und miteinander pürieren. Die frischen Gewürze dazu geben, das Harissa und die Semmelbrösel, sowie die Zwiebeln. Mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und den Zitronenschalen-Abrieb abschmecken. 

Jeweils ein Löffelchen auf die gebratenen Auberginenscheiben setzen, einrollen und in eine Gratinform setzen. So fortfahren bis alle Füllung und alle Auberginen verarbeitet sind (ergab bei mir 18 Röllchen).

Den Backofen auf 200° vorheizen.

Die Auberginen mit Tomatensauce begießen und den Mozzarella in Scheiben darauf setzen. Ca. 25min backen bis der Mozzarella geschmolzen ist. Vor dem Servieren mit dem grob geschnittenen Basilikum bestreuen.

Dazu paßt Reis oder Couscous.

Donnerstag, 23. Juli 2015

die eierlegende Wollmichsau unter den Grillkohlen

 
Solche Geschichten, die gar zu schön tönen, wecken Skepsis. Zu recht. Ist diese dann aber nach Überprüfung der Details beseitigt, kann sich nur restlose Begeisterung einstellen. Ich bin gespannt, ob es euch ebenfalls derart dahinrafft. Also: wir reden von einem absoluten Qualitätsprodukt aus Abfall hergestellt, fair gehandelt, dabei umweltschonend und nachhaltig. Oder? Wo ist der Haken? Das klingt doch direkt nach einem Nepperschlepper?! Marktschreier! Doch die Sache ist seriös.

Genauer erklärt geht es um Grillkohle aus Kokosnuss-Schalen, die auf den Philippinen hergestellt wird. Auf den Philippinen fallen große Mengen an Kokosnuss-Schalen an als Abfallprodukt bei der Herstellung von Kokosnussprodukten. Was den wenigsten bewußt ist: die handelsübliche Grillkohle wird gerne aus dubiosen Quellen bezogen (in D besteht keine Deklarationspflicht), wofür nicht nur Regenwald gerodet, sondern auch Kinder zur Arbeit herangezogen werden (beispielsweise in Argentinien oder Paraguay). 

Das Projekt, das von der Evangelischen Jugend von Westfalen und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) initiiert wurde, legt dabei wert auf faire Bezahlung - besonders in einem Land wie die Philippinen, das von Armut und Naturkatastrophen gebeutelt ist. Gleichzeitig wird Klima und Nachhaltigkeit mit eingebunden mit dem Ziel ein klimaneutrales Produkt auf den Weg zu bringen, das kein CO2 produziert - unter Berücksichtigung von Herstellung, Gebrauch der Grillkohle, Transport und Verpackung. 

Kommen wir zu der Grillkohle als solches: sie zeichnet sich durch eine saubere und konstante Glut aus sowie eine lange, effiziente Brenndauer bei weniger Rauchentwicklung. Hat man die Kohle nicht komplett verbraucht, kann man sie durch Sand löschen und dann wieder verwenden. Die Asche kann - im Gegensatz zu ihren Verwandten (hoher Eisen -und Schwefelgehalt) - als Pflanzendünger verwendet werden.

Obendrein macht die Idee der Verwertung von Kokosnuss-Schalen Schule, was von den Philippinen an andere Entwicklungsländer kostenfrei weitergegeben wird ohne sich daran bereichern zu wollen - etwas, das mir in Zeiten eines immer härter werdenden Kapitalismus besonders gut gefällt.

Was die Evangelische Jugend von Westfalen und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend damit an Umsatz macht, kommt wieder allgemeinnützigen Jugendprojekten zu gute, die nicht nur auf Mitglieder der jeweiligen Kirche bezogen sind. Achja: und beim Preis muß man fast von Schnäppchen reden.

Wenn das nicht kugelrund zu nennen ist, dann weiß ich auch nicht. Bestellbar HIER

Mit herzlichem Dank an Jan Peter, der mich während seines Urlaubs bei uns für faires Grillen entflammen konnte (Jan Peter ist Referent beim BDKJ). 

Ach, es müßten mehr solcher Projekte zum Leben erweckt werden, viel mehr...
(und nee, ich bin in keinster Weise an der Kohle gewinnbeteiligt... nur so für Turboskeptiker...)
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